VfB Stuttgart Die Rivalen der Außenbahn

Von Heiko Hinrichsen 

Andreas Beck vom VfB Stuttgart ist nach seiner Verletzung wieder voll einsatzbereit. Foto: Baumann
Andreas Beck vom VfB Stuttgart ist nach seiner Verletzung wieder voll einsatzbereit. Foto: Baumann

Der Konkurrenzkampf beim VfB Stuttgart lebt: Vor dem Spiel beim SC Freiburg rücken Andreas Beck und Borna Sosa auf den Außenpositionen der Viererkette den Stammkräften Emiliano Insua und Pablo Maffeo immer dichter auf die Pelle.

Stuttgart - An diesem Dienstag stand noch ein bisschen Spaß auf dem Programm, als die Profis des VfB Stuttgart beim Footgolf-Cup auf der Golfanlage Marhördt in der Nähe von Schwäbisch Hall vorbei schauten. Dieser Termin diente vor allem der Sponsorenpflege, schließlich stand das vom 2007er-Meistertorhüter Timo Hildebrand mitorganisierte Event, in dem es auf dem grünen Parcours den Fußball einzulochen galt, unter einem guten Stern.

An diesem Mittwoch trudeln allerdings nach und nach auch sämtliche der neun Spieler wieder auf dem Clubgelände ein, die der VfB zu Länderspieleinsätzen in ihre A- und U 21-Teams abgestellt hat. Spätestens dann gilt die volle Konzentration des Trainers Tayfun Korkut und seiner Spieler der Auswärtsaufgabe am Sonntag (18 Uhr) beim SC Freiburg, wo es gilt, möglichst den ersten Dreier der Saison, zwingend aber mindestens den ersten Punkt der neuen Spielzeit einzufahren.

Platzhirsche gegen Herausforderer

Im Schwarzwaldstadion dürften auch die beiden Außenverteidiger Pablo Maffeo (rechts) und Emiliano Insua (links) in der ersten Elf stehen – doch allzu groß ist das Polster der beiden Platzhirsche auf ihre Herausforderer Andreas Beck und Borna Sosa nicht mehr. „Es ist mit Blick auf die Saison völlig offen, wer am Ende mehr Spiele gemacht haben wird“, sagt der Manager Michael Reschke zu den Duellen, in denen sich jeweils ein junger Neuzugang und ein Routinier gegenüber stehen.

Woran es in seinem Team unter anderem hakt, das hat Tayfun Korkut bei null erzielten Toren ja längst ausgemacht. „Wir müssen unsere Spitzen wieder besser in Position bringen“, sagt der 44-Jährige – und hat dabei auch die beiden Außenverteidiger-Positionen im Blick. Schließlich passte das offensive Zusammenspiel auf den Außenbahnen zwischen dem Mittelfeld und der Viererkette häufig nicht, was auch an den Schnittstellen Christian Gentner und Erik Thommy lag. Aber auch Flanken, auf die ein Stürmer der Marke Mario Gomez zwingend angewiesen ist, sowie gefährliche Vorstöße der Verteidiger waren in der erst drei Pflichtspielen der jungen Saison bisher so gut wie keine zu sehen.

Reschke lobt Andy Beck

Rechts hatte der Zehn-Millionen-Euro-Rekordeinkauf Maffeo den Vorteil, dass es für seinen Rivalen Andreas Beck zunächst galt, nach einer schweren Knieverletzung wieder in den Rhythmus zu kommen. „Wie er sein Comeback voran getrieben hat, das ist sensationell. Das kriegen in der Bundesliga keine zehn anderen Spieler in dieser Zeit hin“, lobt Michael Reschke den Blondschopf: „Der Andy besitzt eine außergewöhnliche Professionalität.“

Beim Drei-Ligen-Cup in Großaspach hat sich Beck Spielpraxis geholt – und ist nach einem kleinen Zwischentief vor zwei Wochen, als der Körper leichte Probleme signalisierte, nun voll einsatzbereit. „Andreas Beck ist eine echte Alternative. Das ist eine Erkenntnis der Länderspielpause“, lobt Tayfun Korkut seinen Routinier, der dem Mitstreiter Pablo Maffeo immer dichter auf den Pelz rückt. „Maffeo hat das bisher sehr ordentlich gemacht. Für einen Spieler seines Alters in einer neuen Liga kann man da nur den Hut ziehen“, sagt Reschke über das kleine Kraftpaket aus dem spanischen U 21-Nationalteam, für das Manchester City eine Rückkauf-Option besitzt.

Die Neuzugänge brauchen Zeit

Der für sechs Millionen Euro von Dinamo Zagreb verpflichtete Borna Sosa kommt derweil mit einem 4:0-Sieg der kroatischen U 21 aus Weißrussland zurück nach Stuttgart. Seinem Kumpel und Ex-VfB-Profi Josip Brekalo hat er dabei das 4:0 aufgelegt. „Unser Co-Trainer Ilja Aracic hat mit dem kroatischen U-21-Nationaltrainer gesprochen, der mit Borna sehr zufrieden war“, sagt der Manager Reschke, dessen persönlicher Erfolg letztlich auch an der Frage gemessen wird, wie gut seine Neuzugänge – darunter die jungen Außenverteidiger Sosa und Maffeo – letztlich beim VfB einschlagen. Dass Sosa eine gute Flanke besitzt, ist auch Tayfun Korkut längst bewusst. Wann aber schmeißt er den Youngster ins kalte Bundesliga-Wasser? „Es war immer klar, dass unsere Neuzugänge etwas Zeit brauchen werden“, sagt Reschke: „Aber sie sind allesamt auch Perspektivspieler, an denen wir noch viel Freude haben werden.“

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