VfB-Präsident Bernd Wahler freut sich über den neuen Sponsor Toto-Lotto Foto: Baumann

Nach schlechten Erfahrungen mit privaten Wettanbietern setzt der VfB wieder auf Toto-Lotto. Die Landestochter fungiert ab der kommenden Saison als Teampartner des Vereins, steht also auf der untersten von drei Stufen der Sponsorenpyramide.

Stuttgart - An Optimismus mangelt es den VfB-Fans vor dem Start in die neue Saison nicht. Immerhin drei Prozent der Tipper bei Oddset setzen aktuell auf den Fast-Absteiger als kommenden Deutschen Meister. Das Ganze bei einer Quote von 1:200. Wenn das mal kein Vertrauensvorschuss ist!

VfB-Präsident Bernd Wahler musste natürlich schmunzeln, als Baden-Württembergs Lotto-Chefin Marion Caspers-Merk den kleinen Schwank zum Besten gab. Doch eigentlich ging es um etwas ganz anderes: Der Fußball-Bundesligist und die staatliche Toto-Lotto GmbH gaben am Donnerstag Einzelheiten ihrer neuen Partnerschaft bekannt.

Der Deal in aller Kürze: Die Landestochter fungiert ab der kommenden Saison als Teampartner des Vereins, steht also auf der untersten von drei Stufen der Sponsorenpyramide. Teampartner überweisen pro Saison zwischen 450 000 und 750 000 Euro in die Clubkasse, in diesem Rahmen dürfte sich auch die Partnerschaft mit Toto-Lotto bewegen. Beide Seiten bekräftigten, froh zu sein, wieder zueinander gefunden zu haben, was angesichts der Vorgeschichte nicht ganz selbstverständlich ist. Denn der VfB und Toto-Lotto, das war schon einmal eine enge Bande. Bereits zwischen 1999 und 2006 war der staatliche Glücksspielanbieter Sponsor des Bundesligisten, bis sich der VfB auf das Abenteuer Bet and win einließ. Es war die Zeit der Liberalisierung des Glücksspielmarkts, die Profivereine witterten das große Geld. Immer mehr Wetten gleich wachsende Sponsoringerträge, so die Gleichung. Doch es kam anders und endete im mittleren Chaos. 2006 verbat das Regierungspräsidium Karlsruhe, mit Bwin zu werben, da es sich um unerlaubte Sportwetten handle. Per Eilantrag legte der VfB Beschwerde ein, bekam recht, hatte bald aber genug von den privaten Wettanbietern. Nach der Saison 2005/2006 war Schluss.

Nun starten die Roten einen neuen Anlauf mit Toto-Lotto, was Caspers-Merk zu der spitzen Bemerkung veranlasste, man könne sich jetzt wieder aus der „Schmollecke herausbewegen“. Mit dem staatlichen Anbieter wähnt sich der Bundesligist auf der sicheren Seite. Denn der private Glücksspielmarkt in Deutschland ist auch im Jahr 2015 noch immer nicht klar geregelt und weiter für politische Überraschungen offen. Und schlechter als von den Privaten war das finanzielle Angebot von Toto-Lotto heuer nicht – anders als damals.

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