Die Fans und die Mannschaft stehen beim VfB Stuttgart zusammen. Gemeinsam wird der Erfolg gegen Aue gefeiert. Foto: Baumann

Der VfB Stuttgart gewinnt gegen Erzgebirge Aue mit 3:0 und geht dadurch gestärkt in das Aufstiegsduell mit Hannover 96. Am Sonntag kommt es zum Spitzenspiel der zweiten Fußball-Bundesliga.

Stuttgart - Am Ende hatte der VfB Stuttgart leichtes Spiel. Alexandru Maxim drang in den Strafraum ein, noch einmal streichelte er den Ball und versetzte mit einer Körpertäuschung gleich zwei Verteidiger von Erzgebirge Aue. Dann landete der Schuss des Rumänen auch noch zum 3:0-Endstand im Tor – und die Fans des Fußball-Zweitligisten standen kopf.

Ganz nah fühlt sich der Anhang der Weiß-Roten wieder der Bundesliga. Nur noch zwei Spiele, so hoffen sie, dann soll die Tour durch die Provinz beendet und die ersehnte Rückkehr in die Beletage perfekt sein. Doch eine dieser Begegnungen findet eben noch bei Hannover 96 statt, dem Mitabsteiger und auch Mitaufstiegsfavoriten.

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„Ich hoffe, dass wir dort alles klarmachen können“, sagte der zweifache Torschütze Simon Terodde. Selbstbewusste Töne sind das nach fünf Siegen in Folge und vor dem Anpfiff in Niedersachsen am Sonntag. Endgültig durch sind die Stuttgarter allerdings erst mit einem Sieg. Der Freude der Fans tut das allerdings keinen Abbruch. Es schien fast so, als würden die Zuschauer auf den Rängen der Cannstatter Kurve schon Abschied nehmen von dieser eigenwilligen Liga, die auch von Clubs wie Erzgebirge Aue charakterisiert wird.

Auch Hannover ist gut in Schuss

„Die Fans sollen sich freuen, sie sollen auch träumen – und ich freue mich heute ebenfalls“, sagte Hannes Wolf – und führte weiter aus, dass er sogar bereit sei, sich noch den ganzen Tag zu freuen. Doch dann ist vorerst wieder Schluss mit lustig. „Wir müssen auf Level bleiben und gut und seriös weiterarbeiten“, sagte der Trainer. Denn mit der Vorfreude auf den direkten Wiederaufstieg steigt auch die Spannung vor dem Spitzenspiel gegen eine Mannschaft, die schon am vergangenen Freitag in Heidenheim vorgelegt hatte: 2:0 gewonnen durch zwei Tore des Ex-Stuttgarters Martin Harnik.

Die Spieler in der Einzelkritik

Bereit für den großen Coup fühlt sich also auch das Team von Trainer André Breitenreiter. Als „beste Leistung“ in der Rückrunde bezeichnete Harnik den Auftritt der 96er auf der Schwäbischen Alb. Der VfB wird demnach sportlich und nervlich ziemlich gefordert sein in der HDI-Arena. „Wir fahren in dem Bewusstsein nach Hannover, dass das ein ganz anderes Spiel wird als gegen Aue“, sagte der Manager Jan Schindelmeiser, „Hannover muss gewinnen, aber wir werden vorbereitet sein.“

Bislang beschäftigt die Spieler das große Duell aber noch nicht. „Null Komma null“, meinte Terodde auf die entsprechend Frage, „wir wollen jetzt erst einmal den Moment genießen.“ Außer den drei Toren und drei Punkten können die Stuttgarter aus der Partie gegen Aue herausziehen, dass sie es verstehen, gallig in die Zweikämpfe zu gehen. Zumindest im ersten Abschnitt umzingelten sie häufig den Gästespieler mit Ball am Fuß – und eroberten so das Spielgerät. Daraus ergab sich Dominanz, jedoch keine beruhigende Führung. Nur Terodde traf per Elfmeter, ansonsten hielt der Erzgebirge-Torhüter Martin Männel sein Team im Spiel.

Wolfs Warnung

„Der VfB ist eben nicht unsere Kragenweite“, erkannte der Ex-Stuttgarter Christian Tiffert, der das Spiel von Erzgebirge ordnet. Doch erst mit Teroddes Treffer zum 2:0 war der Widerstand der Gäste gebrochen. „Es war wie erwartet ein extrem schwieriges Spiel“, sagte Schindelmeiser, „und so wird es bleiben.“ Zumal sich die Stuttgarter gegen den Abstiegskandidaten aus Sachsen erneut schwache Momente erlaubten. Ausgelöst durch Nachlässigkeiten des Rechtsverteidigers Benjamin Pavard.

Die Stimmen zum Spiel

So gut der Franzose mit dem Ball umgehen kann, so gefährlich ist es, ihn zu vertändeln. Auf diese Weise kam die Elf des Trainers Domenico Tedesco (früher als Nachwuchscoach beim VfB tätig) zu ihrer besten Chance durch Calogero Rizzuto (33.). Mitch Langerak wehrte den Schuss aber mit dem Fuß ab – und wird in Hannover sicher deutlich mehr zu halten bekommen.

„Das wird das schwerste Auswärtsspiel der Saison“, sagte Wolf und erinnerte zur Warnung an den Abschluss der Vorrunde. Niederlagen gegen Hannover (1:2) und Würzburg (0:3) setzte es da. „Diese Ergebnisse würden diesmal nicht reichen“, betonte der Trainer, der die Begegnung dennoch ohne Besonderheiten angehen will. Eine normale Trainingswoche mit den gewohnten Abläufen vor Auswärtsauftritten steht vor der außergewöhnlichen Partie an.

VfB Stuttgart - 2. Bundesliga

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