Das zweite Halbjahr im Blick: VfB-Trainer Sebastian Hoeneß und Flügelstürmer Jamie Leweling Foto: Baumann/Volker Mueller

Auf die Stuttgarter wartet eine Mini-Vorbereitung und anschließend ein happiges Pensum. Wer zum Trainingsstart dabei ist und wer fehlt.

Knapp zwei Wochen konnten die Profis des VfB Stuttgart ihre Akkus aufladen, nun neigt sich die Pause dem Ende entgegen. Am 3. Januar bittet Trainer Sebastian Hoeneß seine Spieler wieder auf den Platz – wo es ohne viel Anlaufzeit direkt zur Sache gehen wird. Mit einer kurzen Vorbereitung und Spielen im Drei-Tages-Rhythmus ohne Verschnaufpausen.

 

Wie läuft der Trainingsauftakt? An diesem Samstag (10.30 Uhr) startet der VfB mit einer öffentlichen Einheit im Robert-Schlienz-Stadion ins neue Jahr. Der Besuch ist kostenlos, allerdings mussten Fans im Vorfeld ein Ticket buchen. Inzwischen sind alle Karten vergriffen, sodass ein spontaner Abstecher zum VfB-Vereinsgelände für Kurzentschlossene wenig Sinn ergibt.

Fehlen werden zum Auftakt die verletzten Verteidiger Luca Jaquez und Dan-Axel Zagadou sowie Bilal El Khannouss, der mit Marokko beim Afrika-Cup weilt und am 4. Januar im Achtelfinale antritt. Zurückerwartet wird dagegen Stürmer Ermedin Demirovic, der nach seiner beginnenden Fraktur der Fußwurzel mehrere Wochen pausieren musste und sich zuletzt wieder im Teiltraining befand. Jetzt soll der nächste und letzte Schritt folgen. „Wenn alles normal läuft“, hatte Hoeneß zum Jahresabschluss gesagt, „wird er am 3. Januar nicht mehr ein aufzubauender Spieler sein, sondern voll im Training.“

Wieso fährt der VfB nicht ins Trainingslager? Schlicht aufgrund der Kürze der Zeit. Lediglich acht Tage liegen zwischen dem Trainingsstart und dem ersten Pflichtspiel, weshalb man sich beim VfB gegen einen Flug in den Süden entschieden hat. „Die Akklimatisierungszeit ist zu kurz“, sagt Sportvorstand Fabian Wohlgemuth. Aus gruppendynamischen Gründen sei ein Trainingslager besser, aus klimatischen aber nicht. Im Team gibt es Fürsprecher dieser Sichtweise, Maximilian Mittelstädt zum Beispiel. „Ich bin froh, dass wir uns hier vorbereiten“, sagt der Linksverteidiger, der vor drei Jahren mit Hertha BSC in Florida schwitzte: „Da hast du eine Woche bei 30 Grad trainiert, kommst zurück und hast zwei Tage später bei Minusgraden in Bochum gespielt.“

Ermedin Demirovic soll am 3. Januar wieder voll ins Training einsteigen. Foto: Baumann/Julia Rahn

Der VfB ist mit seiner Vorbereitung auf dem heimischen Gelände in guter Gesellschaft: Zwei Drittel der Bundesligisten bleiben zuhause, lediglich sechs Teams verreisen für einige Tage: Borussia Dortmund, die TSG Hoffenheim, der 1. FC Köln (alle Spanien), RB Leipzig, der VfL Wolfsburg (beide Portugal) und Borussia Mönchengladbach (Türkei). Seit dem Amtsantritt von Sebastian Hoeneß hat der VfB übrigens noch nie ein Winter-Trainingslager in der Fremde absolviert, zuletzt ging es unter Bruno Labbadia Anfang 2023 zwölf Tage lang an die spanische Mittelmeerküste nach Marbella – in einer langen Bundesliga-Pause aufgrund der Winter-WM in Katar.

Findet ein Testspiel statt? Ja. Am 5. Januar (Montag) bestreitet der VfB um 14 Uhr sein einziges Spiel der Winter-Vorbereitung gegen den Schweizer Erstligisten FC Luzern. Die Partie auf dem Stuttgarter Vereinsgelände findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, wird aber per Livestream kostenfrei vom Sender Sky übertragen. Es ist bereits das dritte Spiel innerhalb von drei Jahren gegen den derzeitigen Neunten der Super League: Im Dezember 2022 unterlag der VfB zuhause mit 0:3, im Juli 2024 trennte man sich in der Schweiz torlos.

Auch personell gab es zuletzt mehrere Verbindungen zwischen beiden Vereinen: Der heutige Stuttgarter Sportdirektor Christian Gentner stieg Anfang 2023 nach seinem Karriereende in Luzern direkt beim VfB als Leiter der Lizenzspielerabteilung ein, zuletzt verpflichtete der Bundesligist zwei Verteidiger aus Luzern: 2024 Leny Meyer für die U 21, 2025 Luca Jaquez für den Profi-Kader.

Wie viele englische Wochen warten zum Pflichtspiel-Auftakt? Vier – und damit so viele in Folge wie noch nie in der laufenden Spielzeit. Bis zum 8. Februar werden die Stuttgarter damit in drei verschiedenen Wettbewerben neun Partien in 29 Tagen absolvieren. Ein straffes Pensum ohne Verschnaufpausen, wobei zunächst einzig und allein die erste Aufgabe im Fokus steht: Am 10. Januar (Samstag) gastiert der VfB in der Bundesliga beim Tabellendritten Bayer Leverkusen – und das erstmals in dieser Saison zur Topspiel-Zeit um 18.30 Uhr.