Vedad Ibisevic freut sich auf das Spiel in Stuttgart. Foto: dpa

Am Samstag startet der VfB Stuttgart mit einem Heimspiel gegen Hertha BSC in die Rückrunde der Fußball-Bundesliga. Mit dabei ist auch Ex-VfB-Stürmer Vedad Ibisevic aufseiten der Gäste. Vor dem Spiel hat er sich über Mario Gomez, über den VfB und zu seiner Situation geäußert.

Stuttgart - Wenn am Samstag (15.30 Uhr) der VfB Stuttgart gegen Hertha BSC spielt, werden viele Augen auf Mario Gomez im VfB-Trikot gerichtet sein – aber auch ein anderer Spieler kehrt nach Stuttgart zurück: Vedad Ibisevic. Der Kapitän von Hertha BSC spielte von Januar 2012 bis August 2015 für den VfB Stuttgart, ehe er zunächst an die Hertha ausgeliehen wurde und dann ablösefrei nach Berlin wechselte. Ibisevic war in Stuttgart einer der Nachfolger von Mario Gomez im Sturm – und ist nach dessen Rückkehr wiederum auch einer seiner Vorgänger. Für den VfB erzielte der Bosnier in 86 Spielen 33 Tore, in Berlin gelangen ihm in 72 Partien 26 Treffer. Zurzeit muss er aber um seinen Platz im Team kämpfen. Vor dem Spiel in Stuttgart hat sich der 33-Jährige in einer Medienrunde ausführlich geäußert.

Vedad Ibisevic über. . .

. . . seine Situation und die Konkurrenz mit Davie Selke: „Davie hat das gut gemacht, er ist immer besser in Form gekommen. Er hat angefangen zu bestätigen, was über ihn gesagt wird, nämlich dass er ein Toptalent in Deutschland ist. Das ist gut für ihn und gut für uns, so muss er weitermachen. Ich will ihm weiter Unterstützung geben, wenn wir zusammenspielen oder auch wenn der eine oder andere spielt. Die Mannschaft kommt zuerst. Das ist keine Frage. Klar will jeder Stürmer spielen, Tore schießen. Am liebsten immer. Aber das geht nicht. Letztendlich zählt nur, was die Mannschaft schafft. Für mich ist die Situation einfach. Ich bin etwas älter und kann mit jedem Zustand klarkommen, so und so. Auch Julian Schieber ist wieder da. Für ihn ist es wichtig, dass er fit ist und wieder richtig gesund. So eine lange Verletzung ist nicht so einfach wegzustecken. Jeder Spieler bringt Qualität mit sich, so ist das auch bei den Stürmern. Den Rest muss der Trainer entscheiden. Er kann von mir aus auch noch zwei Stürmer holen. Konkurrenzkampf ist immer da, das ist alles wunderbar.“

. . . seine Probleme mit Schiedsrichtern: „Es gibt wohl keinen Weg da raus. Ich habe alles probiert und versucht. Aber ich muss mich immer wieder kontrollieren. Allerdings werde ich mir jetzt keinen Psychologen holen. Es ist schwer, aus dieser Schublade rauszukommen. Das weiß jeder, der schon mal in einer Schublade drin war. Ich muss damit klar kommen.“

. . . den VfB: „Uns erwartet auf jeden Fall ein schweres Spiel. Direkt nach der Pause weiß man noch nicht genau, wer wo steht. Das ist erstmal Abtasten. Wie immer werden Kleinigkeiten und taktische Disziplin entscheiden. Die Stuttgarter haben super Spiele, aber auch komische Partien gemacht. Mit Mario Gomez haben sie sich verstärkt, einen guten und erfahrenen Stürmer bekommen, der mit seiner Präsenz den Club nach vorne bringen wird. Dennoch ist es unser Ziel, dort etwas zu holen.“

. . . seine Rückkehr: „Ich hatte dort eine tolle Zeit. Stuttgart ist ein toller Verein mit tollen Zuschauern. Dass meine letzte Zeit dort nicht gut war, ist klar.“

. . . seine Rolle als Kapitän: „Ich habe es nie als Ziel gehabt, Kapitän zu werden. Ich war im richtigen Alter, in einem, indem man sowieso Verantwortung übernimmt. Ich bin der älteste Spieler im Kader; ob ich die Binde trage oder nicht, ich helfe und gebe meine Erfahrungen an junge Spieler weiter. Mein ganzes Leben habe ich versucht, ein Teamplayer zu sein, auch wenn ich Stürmer bin und auch ein bisschen egoistisch sein muss, um Tore zu schießen. Als junger Spieler war ich natürlich nicht immer das beste Beispiel, ich habe mich immer an älteren Leuten orientiert. Man kann immer etwas von den Älteren lernen, denn sie wissen ungefähr, was die Jüngeren erwartet. Ich habe selbst nicht immer zugehört, aber wenn ich aufgepasst habe, hat das geholfen.“

So viele Tore Ibisevic übrigens für Stuttgart geschossen hat – gegen den VfB hat er in elf Spielen nur einmal getroffen. Und das ist schon eine Weile her: am 4. November 2006 erzielte er beim 2:4 von Alemannia Aachen sein einziges Tor gegen den VfB. In elf Partien im Trikot von Aachen, Hoffenheim und Berlin gegen den VfB verließ Ibisevic mit seinen Mannschaften nur zweimal das Spielfeld als Sieger (mit Berlin 2015 und in der Vorrunde).

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