Gesucht wird der Nachfolger des zurückgetretenen Wolfgang Dietrich. Foto: Baumann

Der Vereinsbeirat des VfB Stuttgart, der für die Kandidatennominierung zuständig ist, skizziert in einer Mitteilung das Profil des neuen Präsidenten – eine hauptamtliche Kraft wird dabei ausgeschlossen.

Stuttgart - Er muss Mitglied beim VfB Stuttgart sein, er darf nicht jünger als 35 und nicht älter als 75 Jahre sein – und er braucht eine Unterstützerliste von 50 oder mehr volljährigen Mitgliedern, die mindestens schon neun Monate dem Verein angehören. Das sind laut Satzung die Grundvoraussetzungen, um Präsident des Clubs aus Cannstatt zu werden. Zusätzlich werden noch mindestens zehn Jahre Erfahrung in einer hohen Führungsposition in der Wirtschaft und/oder dem Leistungssport als obligatorisch erachtet.

Auf der Internetseite des Stuttgarter Fußball-Zweitligisten wurde am Wochenende eine Mitteilung des Vereinsbeirats zur Suche nach dem neuen Vereinsoberhaupt veröffentlicht, in der die Kriterien für die Kandidaten noch einmal beschrieben sind. Zudem heißt es darin: „Wir erwarten von unserem neuen Präsidenten, dass er sich sicher auf dem öffentlichen Parkett bewegen kann und den Dialog sowie den Meinungsaustausch zwischen Mitgliedern und dem Verein fördert.“ Bis 15. September läuft die Bewerbungsfrist, am 15. Dezember wird dann auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung in der Schleyerhalle der Nachfolger des zurückgetretenen Wolfgang Dietrich bestimmt. Der neue Präsident ist dann erst einmal bis zur nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung im Jahr 2020 gewählt.

Zwei Kandidaten sollen zur Wahl stehen

Der Vereinsbeirat ist für die Nominierung der bis zu zwei Kandidaten zuständig. Das Gremium verfolgt auch den Plan, dass anders als in der Vergangenheit dieses Mal zwei Bewerber zur Wahl stehen sollen (und nicht nur einer). „Wir freuen uns über jede ernst gemeinte Bewerbung, die form- und fristgerecht schriftlich auf der Geschäftsstelle eingeht, damit wir den Mitgliedern zwei sehr gute Kandidaten zur Wahl präsentieren können“, sagt dessen Vorsitzender Wolf-Dietrich Erhard.

Überdies hat der Vereinsbeirat beschlossen, dass der Präsident im Ehren- oder Nebenamt arbeiten soll – eine hauptamtliche Kraft wird also ausgeschlossen. Wie bisher wird der Boss des VfB Stuttgart 1893 e.V. mit mittlerweile mehr als 70 000 Mitglieder einen Platz im Aufsichtsrat der für den Profifußball zuständigen VfB Stuttgart 1893 AG übernehmen und möglicherweise dessen Vorsitz.

Wobei sich die Machtkonstellation insgesamt insofern markant verändern wird, weil schon bald ein Vorstandsvorsitzender für die AG eingesetzt werden soll. Eine Einflussnahme des Präsidenten ins operative Geschäft wird dadurch stark eingeschränkt, was zu Zeiten von Dietrich ein großer Anstoßpunkt seiner Kritiker war. Der neue Präsident ist mit seinen zwei Präsidiumskollegen vor allem für die Belange des Vereins mit seinen Abteilungen (Jugendfußball U 11 bis U 15, Leichtathletik, Faustball, Tischtennis, Hockey, Schiedsrichter und Garde) zuständig.

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