Der VfB-Trainer Hannes Wolf hat Personalsorgen, sagt aber: „Ich nehme es, wie es ist.“ Foto: Baumann

Zu seiner Heimpremiere in der zweiten Fußball-Bundesliga gegen Greuter Fürth am Montag muss Hannes Wolf umbauen, denn fünf Spieler fallen aus. Der VfB-Trainer sagt aber: „Wir nehmen das nicht als Alibi.“

Stuttgart - Keine Frage: die nötige Dosis Zuversicht gepaart mit einem Schuss jugendlicher Leichtigkeit, die bringt der neue VfB-Trainer Hannes Wolf mit. Das ist hilfreich, wenn am Montag (20.15 Uhr/Sport 1) in der Mercedes-Benz-Arena für ihn gegen Greuther Fürth die Heimpremiere ansteht. Denn groß sind die Stuttgarter Personalsorgen. Doch anstatt sich öffentlich zu beklagen oder sich bei den Fußballgöttern zu beschweren, sagt Hannes Wolf (35) nur: „Ich akzeptiere die Dinge, so wie sie sind. Alles andere lenkt ja nur ab.“

Klar ist inzwischen, dass der Stuttgarter Chefcoach nach dem 1:1 vom vergangenen Freitag bei seinem Einstand in Bochum nun gegen die Franken auf fünf arrivierte Kräfte verzichten muss. Schon länger steht fest, dass neben dem Rekonvaleszenten Daniel Ginczek auch die beiden Nationalspieler Florian Klein (Österreich) sowie auch Takuma Asano (Japan) fehlen, weil sie am Tag der Deutschen Einheit bereits von ihren Heimatverbänden regelkonform zu ihren Nationalteams abberufen sind.

Neu ist hingegen, dass neben dem Trio auch der Flügelspieler Tobias Werner (Adduktorenverletzung) sowie der einstige Zweitliga-Torschützenkönig Simon Terodde (Muskelfaserriss in der Wade) nicht einsatzbereit sind. „Die Partie gegen Fürth wird so zum Abend der Chancen“, sagt Wolf, der also die Gelegenheit nutzen will, um einige Profis aus der zweiten Reihe einmal auf Herz und Nieren zu prüfen.

Das Sturmzentrum Hier sind die Probleme am größten, da Terodde ganz vorne im VfB-Spiel in Abwesenheit von Ginczek so etwas wie die stürmende Ein-Mann-Show war. Ohne den großen Blonden, der auch für das Auswärtsspiel am 15. Oktober in Dresden ausfällt, fehlt vorne im VfB-Zentrum die Anspielstation, fehlt ein kopfballstarker Spielertyp, der die Bälle prallen lässt. Zusätzliches Pech ist es, dass gerade jetzt mit dem Japaner Asano der Mann auf Länderspielreise ist, der ganz vorne als die erste Alternative zu Terodde gilt.

„Ich habe noch nicht endgültig entschieden“, sagt Wolf: „Boris Tashchy ist eine Alternative für vorne – wir könnten es aber auch mit schnellen Leuten spielerisch lösen.“ Wobei sich hier ein System mit dem „falschen Neuner“ anbieten würde – ähnlich wie es in der Nationalelf mit Mario Götze häufig gespielt wurde. Einer der Kandidaten für die falsche Neun wäre dann Berkay Özcan, der trotz seiner 18 Jahre ein ballsicherer Spieler ist, dem es allerdings ein wenig an Schnelligkeit mangelt.

Die Flügelpositionen Weil in Asano und Werner zwei Spieler gegen den Tabellen-Siebten aus Fürth (elf Punkte) fehlen, die noch in Bochum auf der rechten beziehungsweise linken Außenbahn eingesetzt wurden, wird sich hier personell etwas tun: Während links der Weltmeister Kevin Großkreutz wie zuletzt beginnen dürfte, ist die Position rechts umkämpft: Hier stehen in Jean Zimmer, dem es mehrfach an Durchschlagskraft fehlte, und Carlos Mané zwei Spieler zur Auswahl. Letzterer wurde für seinen möglichen ersten Zweitliga-Einsatz vom portugiesischen Verband freigegeben. Er stößt dank des Einsatzes des VfB-Managements um Jan Schindelmeiser nun erst später zur U 21 Portugals.

Die Mittelfeldzentrale Während mit dem Kapitän und Leitwolf Christian Gentner sowie dem erfahrenen Japaner Hajime Hosogai die Mittelfeldzentrale besetzt ist und sich Spieler wie Matthias Zimmermann und Anto Grgic weiter hinten anstellen müssen, steht Alexandru Maxim nach dem schnellen Ende der Ära Jos Luhukay wieder im Fokus.

Gegen Fürth dürfte dem Rumänen, der zuletzt mehrfach auf die Außen hatte ausweichen müssen, eine zentrale Rolle zukommen. „In der Mitte fühle ich mich am wohlsten“, sagt Maxim, der dort gegen die Kleeblätter seine Chance erhält. Die Frage ist dabei lediglich, ob der 26-Jährige hinter dem bulligen Tashchy, hinter Özcan oder neben Özcan spielen wird.

Die Abwehr Zu den klaren Verlierern der vergangenen zwei Wochen zählt Stephen Sama. Spielte der Deutsch-Kameruner in den ersten vier Zweitliga-Partien von Beginn an, stand er zuletzt dreimal in Folge nicht mal mehr im Kader. Timo Baumgartl ist seither an der Seite des Wackelkandidaten und Torschützen Toni Sunjic im Defensivzentrum gesetzt – und hat die Abwehr nach dem Ende seiner Verletzungspause stabilisiert. Über den Neuzugang Benjamin Pavard, der Außen wie Innen spielen könnte, sagt der VfB-Trainer Wolf: „Er muss noch ein bisschen ankommen.“

Während Mitch Langerak wie gewohnt im Tor steht und Emiliano Insua links verteidigt, ist die rechte Position der Viererkette vakant. Als Ersatz für Florian Klein kommen neben Sama noch Großkreutz oder Zimmer in Frage. Spielt einer der beiden Letztgenannten, hätte dies zur Folge, dass Hannes Wolf seine VfB-Elf an anderer Stelle umbauen muss.

Der Trainer steht also vor einer Puzzleaufgabe, sagt aber: „Es ist keine einfache Situation – doch wir werden das nicht zum Alibi machen.“

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