Die Cannstatter Kurve übte Kritik an der Vereinsführung des VfB Stuttgart. Foto: Pressefoto Baumann

Bei der Partie des VfB Stuttgart gegen Borussia Dortmund hat die organisierte Fanszene Kritik mittels Spruchbändern geäußert. Die Intention dahinter haben sie nun öffentlich gemacht.

Stuttgart - Beim VfB-Heimspiel gegen Borussia Dortmund hagelte es nicht nur vier Gegentore für die Weiß-Roten, es gab auch bissige Spruchbänder aus der Cannstatter Kurve. Einige von ihnen waren adressiert an die Vereinsführung, allen voran an den VfB-Sportvorstand Michael Reschke.

Kritik an den Asien-Plänen des VfB

Ebenfalls im Zentrum der Kritik standen die Asien-Pläne, die der VfB unlängst publik gemacht hat. Der Club wird für mindestens fünf Jahre mit dem chinesischen Erstligisten Guangzhou R+F kooperieren. Erste „Leuchtturmprojekte“ in Fernost seien bereits geplant, etwa ein Ableger der VfB-Fußballschule. Zudem konzentriere sich die Partnerschaft auf das „Ausbilden von Talenten und Trainern“, wie VfB-Marketingvorstand Jochen Röttgermann darlegt. Doch klar ist auch: Bei der Entwicklungshilfe soll es nicht bleiben. „Perspektivisch soll es gelingen, die dortige Wirtschaft für uns zu interessant zu machen“, so Röttgermann.

Lesen Sie hier: Der VfB findet Kooperationspartner in China

„Guangzhou, Guangzhou, wir scheißen euch zu“, lautete der derbe Kommentar der Ultras zu diesen Internationalisierungsplänen. Die Beweggründe dafür hat das Commando Cannstatt an diesem Montag nun erklärt. „Worin aus sportlichen Gesichtspunkten der Mehrwert einer Kooperation mit einem mittelmäßigen chinesischen Erstligisten liegen soll, erschließt sich überhaupt nicht“, so der Vorwurf der Gruppierung. Vielmehr müsse man sich die Frage stellen, ob angesichts der aktuellen Lage „nicht genügend Arbeit vor der eigenen Haustüre“ liegen würde.

Ferner übt die Gruppe Kritik daran, dass der Verein es aus ihrer Sicht vermissen lasse, mittels eigenen und kreativen Ideen eine identitätsstiftende Außendarstellung zu forcieren. Wofür der VfB steht, sei unklar. Stattdessen würde man „ohne wirkliches Konzept alles blind“ adaptieren, was bei anderen Vereinen Umsatz generiert. Die ganze Erklärung der Gruppe gibt es hier zu lesen.

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