Stefano Celozzi steht beim VfB Stuttgart vor dem Abgang. Im Sommer 2009 kam er für rund 2,5 Millionen Euro vom KSC. Seither hat er es auf die bescheidene Bilanz von 29 Bundesligaspielen gebracht. Im Sommer wird er die Roten verlassen. Außer Stefano Celozzi gab es noch reichlich andere Profis, die es beim VfB nicht gepackt haben. Klicken Sie sich durch die Transfer-Flops der letzten zehn Jahre. Foto: Baumann

Celozzi konnte sich nicht durchsetzen. Wir zeigen, wem es bei den Roten ähnlich erging.

Stuttgart - Das Drama um Stefano Celozzi (23) begann mit blau-weißen Fußballschuhen und einem Karlsruher Autokennzeichen. Gerade war der Rechtsverteidiger für 2,5 Millionen Euro vom Karlsruher SC zum VfB Stuttgart gewechselt und dachte sich nichts Böses. Das Kennzeichen war im Sommer 2009 noch nicht umgemeldet, und die blau-weißen Kickstiefel, die haben ihm eben gefallen. Dass die Fans des VfB aber so hochsensibel darauf reagieren, damit hatte Celozzi nicht gerechnet. Die Rivalität zwischen VfB und KSC ist groß, da können Kleinigkeiten wie Kennzeichen und Schuhe in den Vereinsfarben des Rivalen schnell zum roten Tuch werden. Celozzi unterschätzte die Wirkung. Bevor es richtig losging, war er bei einigen Anhängern schon unten durch. Und seine Zeit beim VfB begann so, wie sie im Sommer zu Ende gehen wird: als Missverständnis.

Celozzis Vertrag läuft aus. Und längst ist klar, dass der Rechtsverteidiger den Verein verlassen wird, verlassen muss. „Ich hatte mir das alles ganz anders vorgestellt in Stuttgart“, sagt der Verteidiger , „ich bin natürlich enttäuscht.“ Und das kann man verstehen.

Als der gebürtige Günzburger 2009 zu den Roten kam, da hatte er für den KSC gerade eine starke Bundesliga-Saison gespielt. Er plante den nächsten Karriereschritt in Stuttgart. Doch dann begann die Leidenszeit. Es passte nicht mit Stefano Celozzi und dem VfB – bis heute.

Zweite Liga kommt für Celozzi nicht infrage

Dass er jetzt in die zweite Mannschaft verbannt wurde, weil er seinen Freunden via Facebook seine VIP-Karten für das Pokalspiel gegen den FC Bayern anbot, ist nur die Spitze des Eisbergs. Celozzi stand nicht im Kader, seine Freundin war angeblich krank, also blieb er zu Hause. Eine Lappalie. VfB-Manager Fredi Bobic griff aber durch. Er wollte nach dem peinlichen Auftritt gegen die Bayern den Druck auf die Spieler erhöhen und statuierte an Celozzi wohl ein Exempel. Das dürfte Bobic nicht sonderlich schwer gefallen sein – denn der Rechtsverteidiger spielt beim VfB ohnehin keine Rolle mehr.

Dass es so weit kam, daran trägt der ehemalige KSC-Profi einerseits selbst Schuld. Nie kam er in Tritt, nie überzeugte er wirklich. Celozzi geriet in eine Negativspirale, aus der er sich nie herauskämpfte. Auf 29 Bundesligaspiele ist er seit Sommer 2009 gekommen . Eine ernüchternde Bilanz. Die aber, und das kann man ihm zugute halten, ist auch einigen ­unglücklichen Umständen geschuldet. Immer wieder setzten ihn Faserrisse, Prellungen und muskuläre Probleme außer Gefecht. Zudem gab es keinen Trainer beim VfB, der ihm die Chance gab, sich über fünf bis sechs Spiele nacheinander zu empfehlen. Der ihm vertraute. Sein ohnehin angeknackstes Selbstvertrauen litt noch mehr.

Wie es jetzt im Sommer weitergehen wird, das weiß der Rechtsverteidiger noch nicht. Nach Informationen unserer Zeitung gibt es lose Gespräche mit dem 1. FC Nürnberg und dem 1. FC Kaiserslautern. Celozzi, das ist klar, will in der Bundesliga bleiben. Die zweite Liga kommt für ihn erst mal nicht infrage. Ob sich der Wunsch nach der verkorksten Zeit beim VfB Stuttgart erfüllen wird, ist aber zumindest fraglich.

Außer Stefano Celozzi gab es noch reichlich andere Profis, die es beim VfB nicht gepackt haben. Klicken Sie sich durch die Flops der letzten zehn Jahre.

Als Quelle der angegebenen Ablösesummen diente www.transfermarkt.de.

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