Beim VfB Stuttgart für die Transfers zuständig: die Sportdirektoren Fredi Bobic (re.) und Jochen Schneider Foto: dpa

VfB begleicht Rechnungen für Transfers im Schnitt elf Tage nach dem vereinbarten Ziel – Platz 18.

Stuttgart - Knausrige Schwaben! Natürlich bemühen sie jetzt wieder landauf, landab das gängige Klischee. Das mag den einen oder anderen ein wenig ärgern, aber so ganz unschuldig sind sie beim VfB Stuttgart daran ja nicht. Der Wirtschaftsinformationsdienst D&B Deutschland in Berlin hat zum siebten Mal die Zahlungsmoral der Fußball-Bundesligisten bei Transfers bewertet, und heraus kam: Die Roten lassen ihre Rechnungen gern ein wenig länger liegen. Elf Tage dauert es demnach im Durchschnitt über den vereinbarten Termin hinaus, bevor der VfB zahlt. Das bedeutet den letzten Platz. Auch der Hamburger SV hat es nicht eilig: Bei den Hanseaten dauert es acht Tage, Meister Borussia Dortmund lässt sich drei Tage Zeit. Der VfB übernimmt die Rote Laterne vom 1. FC Kaiserslautern, für den keine Angaben vorliegen, genauso wie für Hannover 96, Hertha BSC, 1899 Hoffenheim, den 1. FC Nürnberg, den FC Augsburg, den FSV Mainz 05 ­sowie den 1. FC Köln. Alle anderen Vereine zahlen vereinbarungsgemäß.

Der VfB wollte die Studie nicht kommentieren. Es seien noch nie Beschwerden bezüglich der Zahlungsmoral eingegangen, hieß es.

Bayern München mit dem Idealwert 100

In der halbjährlich durchgeführten Untersuchung geht es um Wirtschaftskraft und um die Zahlungsmoral. In dieser Wertung schneidet der VfB als Zehnter mit 72 Punkten deutlich besser ab. Spitzenreiter ist Bayern München mit dem Idealwert 100. Der ­Rekordmeister zahlt pünktlich und hebt sich durch die Eigenkapitaldecke von angeblich knapp 177 Millionen Euro bei einem Umsatz von zuletzt 290,9 Millionen von der Konkurrenz ab. Platz zwei belegt der VfL Wolfsburg, der ebenfalls die Idealnote von 100 erreicht. Dortmund (99), Werder Bremen (97) und Schalke 04 (95) folgen auf den Plätzen. Am schwächsten schneiden 1899 Hoffenheim (52), der 1. FC Köln (51), Hannover 96 (28) und Hertha BSC (26) ab.

Der D&B Bundesliga-Index ist ein statistisch ermittelter Wert zur Prognose der Ausfallwahrscheinlichkeit eines Unternehmens oder Vereins. In die Berechnung fließen demografische Daten, Finanzdaten und reale Zahlungserfahrungen ein. Auf der Skala von 1 bis 100 bedeutet ein Index-Wert von 1 sehr hohes Ausfallrisiko, ein Wert von 100 minimales Ausfallrisiko.

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