VfB Stuttgart beim VfL Wolfsburg Wie Tayfun Korkut seine Taktik über den Haufen warf

Von Heiko Hinrichsen 

Der VfB Stuttgart kommt beim VfL Wolfsburg zu einem Punktgewinn. Foto: Bongarts
Der VfB Stuttgart kommt beim VfL Wolfsburg zu einem Punktgewinn. Foto: Bongarts

Zur Halbzeitpause sieht es beim Spiel zwischen dem VfL Wolfsburg und dem VfB Stuttgart nicht so aus, als könnten die Gäste etwas mitnehmen. Bis VfB-Trainer Tayfun Korkut etwas verändert.

Wolfsburg - Mario Gomez hat sein erstes Tor nach seiner Rückkehr zum VfB Stuttgart erzielt – und dem Aufsteiger damit beim 1:1 in Wolfsburg einen Auswärtszähler gesichert. Entspannt in die Zukunft blicken kann der VfB dadurch aber nicht. Denn der Konkurrent Werder Bremen auf dem Relegationsplatz 16 hat dreifach gepunktet.

Spielidee Bei seinem Einstand auf der VfB-Trainerbank wartete Tayfun Korkut mit einer Reihe von Änderungen auf. So musste etwa Chadrac Akolo auf der Bank Platz nehmen, während der Winter-Neuzugang Erik Thommy in der Startelf stand. Eine neue Rolle gab es auch für Christian Gentner. So assistierte der Kapitän in der Offensive dem Stürmer Mario Gomez als hängende Spitze. Der erste Torschuss der Wolfsburger bedeutete aber gleich den 0:1-Rückstand für den VfB (24.). Andreas Beck hatte den Ball in der Vorwärtsbewegung an den VfL-Spieler Yunus Malli verloren. Das Spielgerät kam zu Divok Origi, der mit einem Schlenzer den chancenlosen VfB-Keeper Ron-Robert Zieler überwand.

Zur Pause war der Plan von Korkut, es mit einer neuen Grundordnung zu probieren – Dennis Aogo spielte etwa auf der Sechs – nicht aufgegangen. Doch nach dem Wechsel legte der VfB zu – und kam zum verdienten Ausgleich. „Wenn man die ganze Situation betrachtet, in der die Mannschaft vor dem Spiel steckte, dann muss man mit der Leistung und dem Punkt zufrieden sein“, sagte Tayfun Korkut, nachdem der VfB den zweiten Auswärtspunkt in der gesamten Saison eingefahren hatte. „Mit etwas Glück hätten wir einen Dreier setzen können“, ergänzte Korkut.

Spielentscheidend „Nach dem Wechsel haben wir ein paar Dinge verändert – und waren auch weniger ängstlich“, sagte der Stürmer Mario Gomez: „So müssen wir künftig von Beginn an auftreten.“ Tatsächlich bekam der VfB vor allem die Wolfburger Mittelfeldachse um den ehemaligen Stuttgarter Daniel Didavi besser in den Griff – und erspielte sich nun ein Übergewicht. Die Folge war der Ausgleich durch Gomez (60.) im Anschluss an einen Eckball. Erik Thommy spielte den Ball in den Rückraum des Wolfsburger Tores, wo Aogo zur Stelle war. Dessen Schuss konnte Gomez zum 1:1 abfälschen. „Wir hatten nicht viel Zeit. Deshalb standen heute viele von den erfahrenen Spielern auf dem Platz“, sagte Tayfun Korkut, der allein auf Holger Badstuber (Adduktorenverletzung) verzichten musste.

Spielentscheider Vor dem Spiel wurde Mario Gomez noch mit einem Blumenstrauß offiziell vom VfL Wolfsburg verabschiedet. Doch derlei Zeremonien sind nicht so ganz nach dem Geschmack des 32-Jährigen. „Wenn ich zu einem neuen Verein wechsele, dann bin ich sofort mit Haut und Haaren für ihn im Einsatz“, sagte der Torjäger, der sein erstes Tor für die Stuttgarter nach seiner Rückkehr erzielte. Lange ist es her, dass sich die Anhänger in Rot und Weiß über ein Gomez-Tor freuen durften: Am 23. Mai 2009 hatte der Stürmer zuletzt für den VfB eingenetzt – damals im Spiel beim FC Bayern (1:2).

Wortspiel „Es war ein Schritt in die richtige Richtung. Der Einstand von Tayfun Korkut ist gelungen“, sagte der VfB-Präsident Wolfgang Dietrich.

Spielplan Weiter geht es am Sonntag, 11. Februar, wenn der VfB in der heimischen Mercedes-Benz-Arena gegen Borussia Mönchengladbach antritt. Dann müssen weitere Punkte her. Denn durch den 2:1-Sieg von Werder Bremen auf Schalke beträgt der Vorsprung auf den Relegationsplatz 16 nur noch einen Zähler.

Lesen Sie jetzt