Jonny Castro (li.) steht in engen Verhandlungen mit dem VfB Foto: AFP

Der VfB Stuttgart will für den spanischen Verteidiger Jonny Castro von Celta Vigo rund zwölf Millionen Euro ausgeben. Allerdings wäre diese Summe nicht auf einmal fällig. Und es gibt einen Konkurrenten: den FC Sevilla.

Stuttgart - Außer dem Besetztzeichen war vom Stuttgarter Sportvorstand Michael Reschke am Dienstag nichts zu vernehmen. Aber auch das war eine Ansage, nämlich die, dass sich das Transferkarussell auf dem Wasen mächtig dreht. Bis Donnerstag, 18 Uhr, sind letzte Verpflichtungen möglich – da möchte der Aufsteiger in die Bundesliga nochmal mitmischen.

Wo in den vergangenen Jahren auf den letzten Drücker meist nur Schnäppchen getätigt wurden, verhält es sich beim VfB Stuttgart gegenwärtig ganz anders: Mit Jonny Castro, 23, steht auf Reschkes Liste ein Mann ganz oben, der es in sich hat. Sportlich wie finanziell. Auf mindestens zwölf Millionen Euro würde sich die Ablösesumme für den Rechtsverteidiger von Celta de Vigo belaufen, die der Club aus Cannstatt in mehreren Tranchen und erfolgsabhängig zu zahlen bereit wäre. So viel wie noch nie für einen Profi. Mit diesem Rekord würde der ehemalige spanische U-21-Nationalspieler, der 149 Erstliga-Spiele ausschließlich für Vigo bestritten hat, auch Santiago Ascacibar (acht Millionen Euro) als Königstransfer dieses Sommers ablösen. Die Häuptlinge im roten Haus waren am Dienstag guter Dinge, auch wenn sie mit dem FC Sevilla einen starken Konkurrenten ausstechen müssen.

Bei Langerak könnte sich die Geschichte wiedeholen

In seiner Heimat gilt Castro als einer der begehrtesten Spieler jüngeren Alters, da sich der Außenverteidiger mit vielen Torvorlagen den Ruf eines erstklassigen Vorbereiters erworben hat. So waren 2016 bereits der AC Florenz und der AS Rom an dem 1,70 Meter großen Kraftpaket dran. Bisher scheiterte ein Wechsel stets an der hohen Ablöseforderung der Galizier. Doch für Castro will sich der VfB so weit wie möglich strecken.

Die Drähte im Büro des Stuttgarter Sportchefs glühten aber nicht nur nach Vigo an die spanische Atlantikküste. Gesprächsbedarf gab es auch im Osten der iberischen Halbinsel – in Valencia. Dort ist der Aufsteiger UD Levante beheimatet, der Interesse daran hat, Mitch Langerak, 29, zu verpflichten. Der Torhüter weilte am Dienstag zum Medizincheck am Mittelmeer; sofern er sich nicht noch auf dem Ergometer das Knie verdreht, dürfte einem Wechsel nichts im Wege stehen.

Australiens Nationalcoach Ange Postecoglou, der Langerak in diesen Tagen eigentlich in Kreis der Socceroos begrüßen wollte, hatte seine Nummer zwei freigestellt, um sich um den Vereinswechsel zu kümmern. Für Langerak könnte sich damit die Geschichte wiederholen. Vor zwei Jahren bekam er in Dortmund nach der Ära Weidenfeller in Roman Bürki eine neue Nummer eins vor die Nase gesetzt. Langerak zog es nach Stuttgart, wo er dem VfB auch nach dem Abstieg die Treue hielt.

Interessenten für Onguéné – Grgic will bleiben

Dieselbe Situation findet Langerak nun bei Levante vor. Der Stadtteilclub kehrte aus der zweiten Liga in die Primera Division zurück, wo der Club nach zwei Spieltagen drei Punkte auf seinem Konto aufweist. Ein klares Versprechen auf einen Stammplatz wird Langerak auch an seiner neuen Wirkungsstätte nicht erwarten können. Allerdings hat er gute Karten im Torhüterduell: Wie der VfB mit seinem Vier-Millionen-Einkauf Ron-Robert Zieler wird auch Levante gar nicht anders können, als Langerak spielen zu lassen. Für knapp zwei Millionen Euro an Ablöse wäre der Nationaltorhüter als Bankdrücker zu teuer. Die bisherige Stammkraft Rául Fernández wird in die Röhre schauen – und dabei zusehen, wie Langerak in seinem ersten Spiel womöglich gleich ein Höhepunkt bevorsteht: Das Ligaduell bei den Galaktischen von Real Madrid.

Geht der Deal über die Bühne, hätte der VfB in dieser Transferperiode knapp sechs Millionen Euro eingenommen. Dem stehen Ausgaben von rund 23,5 Millionen gegenüber (den möglichen Castro-Transfer nicht eingerechnet). Die Daimler-Millionen (41,5) machen’s möglich, aber auch das im Vergleich zur zweiten Liga um rund 24 Millionen Euro höhere Fernsehgeld.

Alle weiteren Transfers fallen vor diesem Hintergrund finanziell nicht groß ins Gewicht. Etwa der sich anbahnende Abgang von Hans Sarpei zum 1. FC Kaiserslautern oder eine Ausleihe von Jerome Onguéné. An dem Verteidiger sind Vereine aus Frankreich interessiert. Tobias Werner ist bereits in Nürnberg gelandet. Anto Grgic möchte hingegen in Stuttgart bleiben – mit dieser Botschaft ist er zum viel beschäftigten Michael Reschke durchgedrungen.

VfB Stuttgart - 1. Bundesliga

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