Jubeleinlage des Torjägers: der VfB-Stürmer Serhou Guirassy feiert sein Tor in Augsburg. Foto: Pressefoto Baumann/Julia Rahn

Die Stuttgarter gewinnen auch in Augsburg. Danach ist erneut die Champions-League-Hymne in den Stadionkatakomben zu hören. Doch die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß hat noch nicht genug.

Die Party nimmt kein Ende. Und diesmal bot am späten Freitagabend die WWK-Arena in Augsburg die Tanzbühne. Die Spieler des VfB Stuttgart hüpften nach dem Abpfiff geschlossen vor Freude – und die Anhänger des Fußball-Bundesligisten sangen beseelt, dass sie nun auf Reisen gehen. Die internationalen Auftritte in der europäischen Königsklasse sind ja schon länger gesichert, doch die Mannschaft von Sebastian Hoeneß macht einfach weiter – und gewinnt. 1:0 beim FC Augsburg. Danach war erneut die Champions-League-Hymne aus der VfB-Kabine zu hören. Die markante Komposition des Briten Tony Stritten ist der neue Hit im Mannschaftskreis.

 

„„Wir haben uns das Ziel gesetzt, Platz drei zu sichern, das haben wir geschafft. Wir haben uns das Ziel gesetzt, 70 Punkte zu holen, auch das haben wir geschafft. Und wir wollten zum Abschluss ein kleines Endspiel um Platz zwei. Das ist großartig“, sagte ein zufriedener Hoeneß, nachdem Serhou Guirassy den Siegtreffer erzielt hatte (48.).

Ein schönes Tor, das 26. in der laufenden Saison für den Mittelstürmer. Das bedeutet: Bestwert für einen VfB-Profi. Noch nie hat ein Stuttgarter in der Bundesliga mehr Tore erzielt. Ebenso einmalig sind die nun 22 Siege. Und die 70 Punkte decken sich mit einer historischen Marke an der Mercedesstraße. Bislang gelang es nur der Meistermannschaft von 2007 so viele Zähler zu holen. „Ich dachte schon bei 60 Punkten, dass ist eine außergewöhnliche Hausnummer“, erklärte Hoeneß, „aber jetzt ist es krass.“

Mit reichlich Spielkontrolle aus einem starken Zentrum heraus kamen die Gäste in Augsburg zum nächsten Erfolg. Angelo Stiller und Enzo Millot gaben im Mittelfeld den Rhythmus vor. Dabei bereitete Millot den Treffer seines Kumpels stark vor, und Stiller empfahl sich ein letztes für die deutsche Nationalmannschaft, ehe am kommenden Donnerstag der vorläufige EM-Kader nominiert wird. Stiller hegt die leise Hoffnung, von Bundestrainer Julian Nagelsmann noch berücksichtigt zu werden.

Verdient hätte es der VfB-Taktgeber. Meint Hoeneß. Doch der 41-Jährige will dem Bundestrainer nicht vorgreifen und hält sich mit Aussagen zurück. Klar ist, dass auf Nagelsmanns Liste weiterhin Deniz Undav, Maximilian Mittelstädt, Chris Führich und Waldemar Anton stehen. Die Zusage für das Heimturnier hat aber noch keiner.

Mit der Teilnahme an der Europameisterschaft würden die Stuttgarter jedoch nicht nur einen weiteren Lohn für ihre bemerkenswerten Leistungen erhalten, sondern ebenso wichtige Erfahrungen sammeln. Vor allem mit Blick auf die internationalen Aufgaben in der nächsten Spielzeit. Denn von den EM-Kandidaten hat – außer Stiller – noch keiner auf der europäischen Bühne gespielt.

„Es hilft sicher, wenn die Spieler große Drucksituationen schon durchgemacht haben und ihre Erlebnisse aus der Nationalmannschaft dann kanalisieren können“, sagte Hoeneß über einen weiterlaufenden Reifeprozess. Zukunftsmusik. Im Hier und Jetzt will der VfB am Samstag nach dem Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach noch einmal mit seinen Fans feiern.