Da geht’s lang: Marc Oliver Kempf gibt als neuer Kapitän beim VfB Stuttgart die Richtung vor. Foto: Baumann

Der Innenverteidiger Marc Oliver Kempf ist der neue Kapitän des VfB Stuttgart und weiß genau, welch harte Arbeit an diesem Sonntag beim 1. FC Heidenheim auf sein Team zukommt.

Stuttgart - Hauke Wahl, der neue Spielführer des Fußball-Zweitligisten Holstein Kiel, reagierte vergangenes Wochenende in bemerkenswerter Weise auf Spekulationen, die ihn in Verbindung mit dem Ligakonkurrenten VfB Stuttgart brachten. „Die Mannschaft hat mich letzte Woche zum Kapitän gemacht, das wäre charakterlich ganz schwach, wenn ich jetzt abhauen würde“, sagte der 25-Jährige dazu.

Ganz so klar positioniert sich Marc Oliver Kempf, der neue Spielführer des VfB, jetzt nicht. Eine Garantie auf einen Verbleib in Stuttgart leitet der U-21-Europameister von 2017 und U-19-Europameister von 2014 aus der Übernahme des Kapitänsamts auf Nachfrage nicht ab, aber die Tendenz geht schon in die Richtung. „Es stimmt ein Stück weit“, sagt er, merkt aber auch an: „Im Fußball kann man niemals nie sagen.“ Deshalb betont er bei seinen Aussagen zu dem Thema auch bewusst den Moment, den Ist-Zustand. Und der ist gut. „Aktuell ist es so: Ich fühle mich unheimlich wohl, ich bin echt zufrieden, es macht riesig Spaß, die Jungs sind alle top, das Trainerteam ist super“, sagt Kempf. „Aktuell sehe ich keinen großen Grund, einen Schritt weg zu machen. Aktuell gilt 100 Prozent VfB Stuttgart, das andere ist im Moment nicht in meinem Kopf drin.“

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Wie sehr der neue VfB-Trainer Tim Walter ihn schätzt und wie sehr er auf ihn setzt, hat er mit der Bestimmung des Innenverteidigers zum Kapitän demonstriert. Kempf ist jetzt nicht mehr nur einer von elf, sondern hat einen Sonderstatus, wenngleich er das selbst nicht überhöhen möchte. „Natürlich ist es für mich eine große Ehre, bei so einem Verein die Binde zu tragen. Auf dem Feld verändert sich für mich aber nicht viel“, sagt der 24-Jährige, der mit seinem Team an diesem Sonntag (13.30 Uhr/Liveticker) beim 1. FC Heidenheim zu Gast ist. „Ich versuche weiter, meine Leistung zu bringen und vielleicht jetzt einfach die anderen noch ein Stück mehr mitzuziehen und noch mehr voranzugehen.“

Das könnte in dem württembergischen Nachbarschaftsduell auf der Ostalb ein wichtiger Faktor sein. Dort wird es mutmaßlich etwas rauer zugehen als noch beim 2:1-Auftaktsieg gegen Hannover 96 in der heimischen Mercedes-Benz-Arena. „Wir wissen, was auf uns zukommt. Es gilt dagegenzuhalten und sich nicht unterkriegen zu lassen, wenn es auch mal weh tut – dann steht man auf und macht weiter“, sagt Kempf, der Kämpfertyp. „Im Endeffekt wollen wir einfach den Heidenheimer dann weh tun, indem wir sie laufen lassen und den Ball in unseren Reihen halten und am Ende das Spiel gewinnen, dann haben wir in dem Sinne dem Gegner am meisten weh getan.“

In unserer Bildergalerie zeigen wir die Vorgänger von Marc Oliver Kempf als VfB-Kapitän.

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