Wieder gelingt dem VfB Stuttgart kein Tor, und wieder präsentieren sich die Stürmer in Berlin schwach. Doch was ist mit den Einwechselspielern los?
Alexis Tibidi hat zum Schluss noch einmal versucht, an Peter Pekarik vorbeizukommen. Auf dem linken Flügel. Doch der erfahrene Fußballprofi von Hertha BSC machte den Weg zu, stellte den Körper geschickt zwischen Ball und Gegner und fuhr den linken Arm aus. Einmal, zweimal – und der junge Stürmer des VfB Stuttgart fand sich auf dem Boden wieder. Im Gesicht getroffen und der Ball trudelte ins Seitenaus.
Das tut weh, auch im übertragenen Sinne nach dem 0:2. Die Stuttgarter kämpfen weiter gegen den Absturz in die Zweitklassigkeit. Anfangs bemüht, am Ende verzweifelt. Im Olympiastadion zeigte sich nicht nur, dass die Gäste schlecht in die Begegnung kamen, kaum Zweikämpfe gewannen und auch weniger liefen und sprinteten als der Gegner. Hinten heraus nach den Einwechslungen passierte ebenfalls nicht mehr viel auf dem Feld.
Das sagt Trainer Pellegrino Matarazzo
20 Minuten hatte Tibidi Zeit, um frische Impulse zu setzen, durch ein Dribbling vorwärts zu kommen, in den Strafraum einzudringen. Aber der 18-jährige Franzose schaffte es nicht. Wieder nicht. Das ist dem Talent kaum vorzuwerfen. Tibidi ist ja noch ein Jugendspieler und hoch veranlagt, doch der VfB hat keine Bankreserven. Jedenfalls nicht, um Spiele noch zu drehen.
Schon vor der Pause wurde Erik Thommy eingewechselt. Verletzungsbedingt. Pascal Stenzel erhielt einen Schlag auf das Becken musste vom Feld. Thommy übernahm zunächst die rechte Außenposition, agierte später aber mehr aus dem Zentrum heraus. Taktisch diszipliniert, zuverlässig – jedoch ohne Überraschungsmoment. Ebenso wie Tibidi. „Erik hat ein ordentliches Spiel gemacht. Zunächst als Wingback, dann auf der Acht. Er war bemüht, hat immer wieder Tiefe gesucht. Alexis ist jung, talentiert. Das hat er schon mehrfach gezeigt. Leider hat er heute nicht seinen besten Tag erwischt“, sagte der Trainer Pellegrino Matarazzo, der noch die talentierten Enzo Millot und Tanguy Coulibaly ins Getümmel warf. Sie sollten in den letzten Minuten noch für einen Glücksmoment sorgen. Sie kamen für die schwachen Angreifer Tiago Tomas und Chris Führich – aber nichts geschah.
Tiago Tomas schwächelt
Bereits in der Vorwoche hatten die Stürmer bei der Nullnummer in Mainz nicht überzeugt. Tomas fehlt die Spritzigkeit und Präzision seiner ersten Auftritte im Trikot mit dem Brustring. Omar Marmoush agierte zuletzt in der Mewa-Arena eigensinnig, diesmal fiel er mit muskulären Problemen aus. Dafür gab Führich den Flügelstürmer – über Ansätze kam aber auch er nicht hinaus. Dennoch: Es stellt sich die ketzerische Frage, ob Trainer Matarazzo zurzeit nicht besser beraten ist, selbst seine schwächelnden Offensivkräfte auf dem Platz zu lassen? Denn es kommt nichts von außen.
Das ist zunehmend ein Problem. Zum einen, weil die Stürmer des VfB ohnehin nicht häufig treffen: Sasa Kalajdzic hat vier Tore auf dem Konto, Marmoush und Tomas jeweils drei. Führich steuerte noch zwei Treffer bei in der Liga – das ist insgesamt mager. Zum anderen, weil die eingewechselten Spieler keine Jokerqualitäten mitbringen.