Hat sich auf der Position des Linksverteidigers beim VfB Stuttgart gut verkauft: Gotoku Sakai Foto: Pressefoto Baumann

Die Sperre von Cristian Molinaro ist abgelaufen, doch der Japaner hat gute Chancen auf einen Einsatz.

Stuttgart - Wer Cristian Molinaro (28) so reden hört, der könnte meinen, Gotoku Sakai (20) sei nicht sein Konkurrent beim VfB Stuttgart, sondern so etwas wie ein Freund. „Er hat seine Sache in allen drei Partien sehr gut gemacht“, sagt Linksverteidiger Molinaro über Linksverteidiger Sakai. „Man merkt, dass er U-21-Nationalspieler seines Landes ist – wenn man so ein Ziel erreicht hat, kann man überall spielen.“ Und weiter: „Wir unterhalten uns meist auf Englisch, und wir verstehen uns gut.“ Nun wäre es interessant zu hören, ob der Italiener Molinaro weiter so freundlich über den Japaner Sakai redet, wenn der auch an diesem Samstag beim Hamburger SV (15.30 Uhr/Sky und Liga total) von Beginn an hinten links ran darf.

Denn bisher war Sakai ja nur der Vertreter Molinaros, weil der nach seiner Roten Karte aus der Partie bei Bayer Leverkusen (2:2) für drei Spiele gesperrt wurde. Weil Sakai, der im Winter von Albirex Niigata ausgeliehen wurde, seine Sache aber gut machte und in der Offensive überzeugte, steht Trainer Bruno Labbadia jetzt vor der Qual der Wahl. Molinaros Sperre ist abgelaufen, doch Sakai ist bereit für seinen vierten Einsatz von Beginn an nacheinander. Muss der Italiener also auf die Bank? Jugend forsch oder routinierte Stammkraft, das ist die Frage. Labbadia steckt in der Zwickmühle.

Die Abwehrzentrale stellt sich von selbst auf

„Es ist schon so, dass der Profi, der vorher gespielt hat, einen kleinen Bonus besitzt“, sagt der Coach. Das spräche dafür, dass Molinaro in die Startelf zurückkehrt. Labbadia betont aber auch, dass Sakai viele Dinge gut gemacht habe – auch taktisch: „Positiv an ihm ist, dass er sich nicht gehen lässt, wenn er einen Fehler macht. Er zieht sein Spiel immer durch.“ Ob er das auch beim HSV machen darf, das lässt Labbadia bis zuletzt offen. „Es ist ein großer Konkurrenzkampf auf der linken Seite. Ich muss nach Gefühl entscheiden.“ Es käme wenig überraschend, wenn das für Sakai sprechen würde.

Denn Molinaro war vor seiner Rotsperre alles andere als ein Sicherheitsfaktor in der Defensive. Und im Spiel nach vorne überzeugte er auch nicht – im Gegensatz zu Sakai, der die linke Seite mit Landsmann Shinji Okazaki belebte, gute Flanken schlug und in der Abwehr bis auf wenige Ausnahmen sicher stand. Sakai hat das Momentum auf seiner Seite, wie es im Sport so schön heißt. Und Labbadia hat die Qual der Wahl, hinten links.

Die Abwehrzentrale dagegen stellt sich beim HSV quasi von selbst auf. Die beiden Innenverteidiger Serdar Tasci (Oberschenkelprobleme) und Georg Niedermeier (Rippenprellung) machten am Freitag das komplette Abschlusstraining mit – man kann davon ausgehen, dass sie fit für einen Einsatz in der Startelf sind. Das ist aber auch bitter nötig. Denn die eine Alternative, der Mexikaner Maza, kehrte erst am Freitag von einer Länderspielreise zurück. Und die andere, die fällt verletzt aus. Matthieu Delpierre hatte sich nach Ablauf seiner Rotsperre Hoffnungen auf sein Comeback gemacht, und Trainer Bruno Labbadia hätte „keine Bedenken gehabt, ihn reinzuwerfen“. Doch im Abschlusstraining zog sich der Franzose einen Pferdekuss zu. Er flog nicht mit nach Hamburg.

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