Neun Spiele in 28 Tagen: Auf den VfB wartet 2025 zum Auftakt ein wahres Mammutprogramm, in dem wichtige Weichen gestellt werden. Die Personallage gibt Anlass zur Zuversicht.
Wenn die Profis des VfB Stuttgart am 2. Januar das Training wieder aufnehmen, werden sie das mit einem ungewohnten Gefühl tun: ziemlich gut erholt, mit zwölf Tagen Pause in den Beinen. Das ist einerseits natürlich nicht die Welt, aber definitiv ein Kontrast zum straffen Pensum der bisherigen Saison mit reihenweise Spielen in drei Wettbewerben. Und die vollen Akkus wird das Team von Trainer Sebastian Hoeneß auch sehr gut gebrauchen können – denn was zum Start in das neue Jahr wartet, übertrifft rein quantitativ sogar noch das Programm aus dem vergangenen Herbst.
Gleich viermal in Folge wird der VfB 2025 zum Auftakt unter der Woche spielen – in der Bundesliga gegen RB Leipzig, in der Champions League gegen Slovan Bratislava und Paris Saint-Germain, im DFB-Pokal gegen den FC Augsburg. In Summe macht das mit den Bundesliga-Partien am Wochenende neun Spiele in 28 Tagen und dadurch praktisch keine Zeit zum Durchschnaufen. Hinzu kommt: Sollten die Stuttgarter in der Königsklasse den Einzug in die Play-offs schaffen, würden durch diese sogar noch zwei weitere englische Wochen direkt im Anschluss folgen. Ein wahres Mammut-Programm, das neben der reinen Anzahl der Spiele auch eine immense Bedeutung für den weiteren Verlauf der Saison hat.
In der Champions League und im Pokal geht es um Millionen
Zunächst in sportlicher Hinsicht. Denn in besagtem Block stehen für den VfB in der Liga fast ausnahmslos Partien gegen direkte Tabellennachbarn an, mit denen er um den Einzug ins internationale Geschäft konkurriert: gegen RB Leipzig und den SC Freiburg, beim 1. FSV Mainz 05, gegen Borussia Mönchengladbach, bei Borussia Dortmund. Dass das dicht gedrängte Tabellenbild – Platz drei und zehn trennen momentan nur vier Punkte – nach diesen Spielen klarere Konturen annehmen wird, liegt auf der Hand. Ebenso, dass die Qualifikation für den Europapokal die Chancen des VfB steigern würde, im Sommer wichtige Spieler zu halten.
Kurzfristig wird sich darüber hinaus noch eine finanzielle Frage klären: Erspielt die Mannschaft im Januar und Februar wichtige Zusatz-Millionen? Die Chance ist da, die Aussichten sind reizvoll: Sollte der VfB in der Champions League unter den ersten 24 Mannschaften landen und in die nächste Runde einziehen, würde er dafür einerseits vom europäischen Fußballverband Uefa eine Prämie von einer Million Euro erhalten – und hätte in den Play-offs ein weiteres garantiertes Heimspiel.
Da dieses aller Voraussicht ausverkauft und im oberen Preissegment angesiedelt wäre, ist in diesem Fall nochmals mit einem mittleren einstelligen Millionenbetrag durch Ticket-Einnahmen zu rechnen. Welche Punktzahl für dieses lukrative Weiterkommen nötig ist, lässt sich noch nicht abschließend prognostizieren. Zwei Siege gegen Bratislava und Paris würden wohl in jedem Fall reichen, bei einer geringeren Ausbeute droht das große Rechnen.
Daneben geht es auch im DFB-Pokal um viel Geld – in einem einzigen Spiel. Setzt sich der VfB am 4. Februar in der heimischen MHP-Arena gegen den FC Augsburg durch und zieht ins Halbfinale ein, erhält er vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) hierfür eine Prämie von 3,4 Millionen Euro. In Summe geht es also in den drei anstehenden Partien in der Königsklasse und im Pokal zum Jahresauftakt um nicht weniger als rund zehn Millionen Euro für den VfB.
Formdellen und Verletzungssorgen im falschen Moment würden also weitreichende Folgen haben – im Gegenzug lässt sich aber auch in kurzer Zeit vieles in eine positive Richtung drehen. Die Startvoraussetzungen dafür sind in Bad Cannstatt nicht die schlechtesten: In Person von Deniz Undav und Jamie Leweling stehen zwei wichtige Offensivakteure vor der Rückkehr, nachdem sie in den vergangenen Wochen verletzungsbedingt gefehlt hatten.
Undav (fünf Saisontore) wäre nach eigener Aussage schon zum letzten Spiel 2024 gegen den FC St. Pauli (0:1) bereit gewesen, wurde aber zur Risiko-Minimierung nochmals geschont. Nun soll er zur ersten Partie 2025 in alter Frische zur Verfügung stehen – wenn der VfB am 12. Januar in der Bundesliga beim FC Augsburg in wegweisende Wochen startet.