Geht's beim VfB Stuttgart mit ihm als Cheftrainer weiter? In der Sitzung von Aufsichtsrat und Vorstand wird am Dienstagnachmittag über die Zukunft von Thomas Schneider entschieden. Foto: Pressefoto Baumann

Da war er wieder. Thomas Schneider leitete auch am Dienstag das Training beim VfB Stuttgart. Längst wurde über seine Zukunft spekuliert. Die Angst vor dem ersten Abstieg seit fast 40 Jahren treibt die Schwaben um. Am Dienstagnachmittag diskutieren VfB-Aufsichtsrat und -Vorstand über Schneider.

Da war er wieder. Thomas Schneider leitete auch am Dienstag das Training beim VfB Stuttgart. Längst wurde über seine Zukunft spekuliert. Die Angst vor dem ersten Abstieg seit fast 40 Jahren treibt die Schwaben um. Am Dienstagnachmittag diskutieren VfB-Aufsichtsrat und -Vorstand über Schneider.

Stuttgart - Nach einer knappen Stunde verließ Thomas Schneider am Vormittag den Rasen. Der Trainer des abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart war auch am Dienstag wieder auf dem Platz, als die Reservisten der Schwaben mit Co-Trainer Christos Papadopoulos ihre Einheit unter freiem Himmel absolvierten. Im Hintergrund liefen indes die Diskussionen um die Zukunft des einstigen Hoffnungsträgers auf Hochtouren. Mit Spannung erwarteten Fans, Medien und das weitere Umfeld des VfB die Sitzung von Aufsichtsrat und Vorstand am Nachmittag.

Mögliche Nachfolger wurden da längst gehandelt. Mal war von Krassimir Balakow die Rede, der selbst acht Jahre für die Schwaben gespielt und mit Sportvorstand Fredi Bobic sowie Giovane Elber das „Magische Dreieck“ gebildet hatte. Lang ist's her. Mal war von Thorsten Fink die Rede, der vor fünf Monaten beim Hamburger SV gehen musste und immer wieder genannt wird, wenn in der deutschen Eliteklasse Arbeitsplätze auf der Trainerbank frei werden.

Selbst Nebensächlichkeiten sorgten am Dienstag für einen erhöhten Puls. Beispielsweise, als ein Wagen auf den Parkplatz von Spielern und Verantwortlichen auf dem Gelände des Traditionsvereins fuhr. Der Aufregung unter den Fans folgte die Entwarnung: Es war nur Verteidiger Georg Niedermeier, der später noch eine individuelle Einheit an diesem sonnigen Tag am Neckar abspulte.

Nach der historischen Serie von acht Niederlagen nacheinander geht beim Tabellen-15. die Angst vor dem ersten Abstieg seit 1975 um. Soll Schneider noch einmal eine Chance beim nächsten Kellerduell am Samstag gegen Eintracht Braunschweig erhalten? Oder wird ein frischer Impuls gesetzt? Keine Überraschung, dass diese beiden Kernfragen im Tagesverlauf zwischen Aufsichtsrat und Vorstand diskutiert wurden.

"Man darf nicht nur an sich denken"

Krisenfest und in sich ruhend präsentierte sich tags zuvor Cacau. Der frühere Nationalspieler spielt seit 2003 für den VfB und hat so manche Krise bei den Schwaben mitgemacht. „Man muss als Vorbild vorangehen. Man darf nicht nur an sich denken“, sagte der 32-Jährige am Montagabend bei einer Buchpräsentation. Wenn man von etwas überzeugt sei, müsse „man das auch durchziehen“.

Cacau äußerte sich ganz allgemein. Es beschrieb jedoch treffend das Dilemma. Denn Präsident Bernd Wahler und Bobic wollen einen VfB, der für Jugend, Frische und Lässigkeit steht. Schneider vereint davon vieles, nicht zuletzt weil er als ehemaliger U-17-Coach Youngster wie Timo Werner und Rhani Khedira konsequent förderte.

Demgegenüber steht die Niederlagenserie - die längste in der Historie des Vereins. Allein fünf davon endeten allerdings denkbar knapp mit 1:2. Auch die Politik der harten Hand zeigte unter Schneider keine Wirkung. Vermeintliche Führungsspieler wie Georg Niedermeier und Martin Harnik mussten erstmal auf die Tribüne, kehrten später jedoch wieder auf den Rasen zurück.

Der Druck jedenfalls wird in den kommenden Wochen nicht geringer. Und auch wenn das die ambitionierten Verantwortlichen beim VfB nicht gerne hören werden: Es warten Gegner auf Augenhöhe. Braunschweig, Bremen, Hamburg und Nürnberg. Gradmesser im Existenzkampf.

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