Gibt interimsweise bei den VfB-Profis auf dem Trainingsplatz die Richtung vor: Andreas Hinkel. Foto: Baumann

Bis auf Weiteres leitet Andreas Hinkel das Training des Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart. Der 36-Jährige bringt Erfahrung aus Sevilla und Glasgow mit und trainierte unter Trainern mit klangvollen Namen.

Stuttgart - Andreas Hinkel genießt bis auf Weiteres das Vertrauen der Verantwortlichen des Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart. Lange Zeit galt der 36-Jährige im Verein als unterschätzt. Nach Ende seiner Karriere bekam der ehemalige Rechtsverteidiger, der zwischen 2000 und 2006 156 Spiele für den VfB absolvierte, 2013 den Trainerjob bei der U12, gleichzeitig war er Co-Trainer der U16. In der Saison 2014/15 assistierte er dann Domenico Tedesco bei der U17. Das Team stand im Finale um die deutsche Meisterschaft, das gegen das von Hannes Wolf trainierte Borussia Dortmund mit 0:4 verloren ging.

Tedesco zog weiter zu 1899 Hoffenheim. Hinkel gab seinen Abschied bekannt, pausierte. Die Motive waren in beiden Fällen ähnlich. Sie vermissten eine klare Perspektive im Verein. Ursprünglich hatte Tedesco damals einen Rollentausch vorgeschlagen. Hinkel hätte die Chefrolle bei der U17 übernehmen sollen, Tedesco ihn während der Zeit seiner Ausbildung zum DFB-Fußball-Lehrer zur Seite stehen. Doch man traute es Hinkel offenbar nicht zu, die Gespräche blieben vage – auch weil die Kommunikation zwischen dem damaligen Sport-Vorstand Robin Dutt und dem sportlichen Leiter Rainer Adrion bescheiden war.

Enge Zusammenarbeit mit Kienle und Thomae

Nach einem halben Jahr holte der VfB Hinkel dann aber zurück – als Co-Trainer von Walter Thomae bei der U23. Nach dem Abstieg in die Regionalliga blieb Hinkel Assistent beim VfB II – unter dem neuen, von Dutt geholten, Coach Sebastian Gunkel. Erst als unter dem ehemaligen Freiburger sogar der Absturz in die Oberliga drohte, gab der VfB vor der vergangenen Rückrunde Hinkel die Chance als Chef. „Mit Walter Thomae und Marc Kienle habe ich eng zusammengearbeitet, sie kannten mich und waren überzeugt von mir“, sagt Hinkel. Das Vertrauen zahlte er zurück, gemeinsam mit seinem damaligen Assistenten Oliver Barth (jetzt SpVgg Greuther Fürth).

Vierfacher Familienvater

Hinkel trainierte unter Ralf Rangnick, Felix Magath, Matthias Sammer, Armin Veh, Jogi Löw, Jürgen Klinsmann, Rudi Völler, Christian Streich, Juande Ramos in Sevilla oder Gordon Strachan bei Celtic Glasgow. „Da nimmt man von jedem eine Facette mit, und ich hatte immer den Ehrgeiz, um Titel zu spielen“, sagt der ehemalige Nationalverteidiger (21 A-Länderspiele). „Als Trainer kann man schwer planen, das Entwickeln von jungen Spielern macht mir jedenfalls sehr viel Spaß“, sagte der Familienvater, der mit Ehefrau Simone und den vier Kindern Amelie, Samy, Ronja und Joshua in Winnenden lebt. „Bei den Spielern ist es wie bei der Erziehung von Kindern. Man muss wissen, wann man welche Tonart anschlägt“, sagte Hinkel als er noch Trainer des VfB II war. Mit den Bundesligaprofis dürfte das nicht anders sein.

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