Daumen hoch: Alexander Esswein ist bereit für seine neue Aufgabe beim VfB Stuttgart. Foto: VfB

Der 28-jährige Flügelflitzer Alexander Esswein wechselt per Leihe mit Kaufoption von Hertha BSC zum VfB Stuttgart. Das löst bei den Fans seines neuen Clubs nicht gerade Jubel aus. Dessen ist sich der VfB-Sportvorstand Michael Reschke bewusst und erklärt, warum er Esswein dennoch verpflichtet hat.

Stuttgart - Das Weihnachtsturnier steht wieder an, wie jedes Jahr an Heiligabend. Die Männer aus der Familie und dem Freundeskreis von Alexander Esswein – vom Kindes- bis zum Frührentneralter – treffen sich traditionell zum Kick unterm Hallendach. Am Nachmittag geht es dann in die Kinderchristmette, bevor im pfälzischen Bobenheim-Roxheim der besinnliche Familienpart mit Kaffee und Kuchen eingeläutet wird.

Stuttgart wird diesmal beim Weihnachtsprogramm ein großes Thema sein. Denn der gebürtige Wormser Alexander Esswein wechselt in der Winterpause von Hertha BSC zum VfB, per Leihe mit einer Kaufoption für die Stuttgarter. „Ich habe große Lust auf die neue Aufgabe und werde alles dafür tun, um dem VfB weiterzuhelfen“, sagt der 28-jährige Flügelflitzer, der rechts wie links einsetzbar ist und von VfB-Legende Karlheinz Förster beraten wird. Seine Verpflichtung wurde kurz nach der 1:3-Heimniederlage gegen den FC Schalke 04 am Samstag bekannt gegeben.

Das Verhältnis zu Hertha-Trainer Pal Dardai war nicht gut

In Berlin war Alexander Esswein zuletzt nur noch dritte Wahl. Er spielte bei Hertha-Trainer Pal Dardai seit Jahresbeginn keine Rolle mehr, das Verhältnis war nicht gut. Es blieb kein Platz im Team, nur bei der 1:2-Niederlage in Stuttgart stand der frühere U-21-Nationalspieler kürzlich mal im Kader. Zum Einsatz kam er in dieser Saison aber lediglich in der zweiten Berliner Mannschaft in der Regionalliga (sechs Spiele, zwei Tore).

Unser Kommentar zur VfB-Hinrunde:

Auch angesichts dessen hat der erste Wintertransfer in Stuttgart nicht gerade Jubel bei den Fans ausgelöst. „Wucht, Mentalität, Schnelligkeit – das sind drei Faktoren, die wir gerade gut gebrauchen können“, sagt der VfB-Sportvorstand Michael Reschke über den Zugang aus der Hauptstadt. „Wir wissen, dass sich bei der Personalie Alex Esswein der Applaus in Grenzen hält. Aber wir haben eine sportliche Einschätzung getroffen, von der wir überzeugt sind.“

Einer der schnellsten Spieler der Liga

Der frühere Wolfsburger, Nürnberger und Augsburger bringt die Erfahrung von 172 Spielen mit 14 Toren und 15 Vorlagen in der Bundesliga mit. In der Vergangenheit fand sich sein Name immer wieder in Toplisten, wenn es um die schnellsten Spieler der Liga ging – mit einem Wert von bis zu 34,8 Kilometern pro Stunde. Alexander Esswein ist flink, aber auch unorthodox auf dem Feld unterwegs. Das macht ihn unberechenbar, für die Gegenspieler ebenso wie bisweilen für die Mitspieler. Er erinnert damit an den verletzungsanfälligen VfB-Flügelflitzer Anastasios Donis, für den er ein guter ­Vertreter und Konkurrent sein dürfte.

Der Stuttgarter Trainer Markus Weinzierl weiß jedenfalls genau, was für einen Spieler er bekommt – er kennt ihn aus gemeinsamen Tagen beim FC Augsburg. „An die gute Zusammenarbeit mit ihm will ich beim VfB anknüpfen“, sagt Esswein. „Wenn der Trainer den Spieler gut kennt und auch der Spieler weiß, wie der Trainer tickt, dann kann das für beide Seiten nur von Vorteil sein.“

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