Hinter Ermedin Demirovic liegen ereignisreiche Tage. Foto: Baumann/Volker Mueller

VfB-Trainer Sebastian Hoeneß freut sich außerordentlich über die WM-Qualifikation seines Stürmers – und muss nun mit Blick auf die Aufstellung gegen den BVB abwägen.

Für zwei Profis des VfB Stuttgart wird die zurückliegende Länderspielpause noch lange in guter Erinnerung bleiben. Kapitän Atakan Karazor und Stürmer Ermedin Demirovic qualifizierten sich mit der Türkei und Bosnien-Herzegowina für die Weltmeisterschaft im kommenden Sommer, was natürlich auch ihr Vereinstrainer genau verfolgt hat. „Es ist für beide eine Riesengeschichte“, sagt Sebastian Hoeneß, der den Nationalspielern nach den Länderspielen am Dienstagabend erst einmal einen freien Mittwoch gab.

 

Demirovic wird der gut getan haben – viel intensiver hätten die Play-offs nämlich nicht verlaufen können. Sowohl im Halbfinale in Wales als auch im Endspiel gegen Italien ging es in die Verlängerung und ins Elfmeterschießen, Hoeneß hat das Ganze am Bildschirm verfolgt und während der Tage auch mit Demirovic Kontakt gehabt. „Ich finde, es war verdient. Ich freue mich sehr für Medo, der auch symbolisch steht für den Kampfgeist, den diese Mannschaft gezeigt hat.“

Riesige Freude: Ermedin Demirovic fährt mit Bosnien-Herzegowina zur WM. Foto: IMAGO/Gribaudi/ImagePhoto

Was folgte, war pure Ekstase in den Straßen von Sarajevo und anderenorts. „Jeder hat gesehen, was in Bosnien los ist“, so Hoeneß: „Da kann man einfach nur den Hut ziehen. Es ist ein Traum, der da in Erfüllung geht. Wenn du für so ein kleines Land spielst, kannst du eigentlich nicht davon ausgehen, dass du bei einer WM dabei bist.“

Sebastian Hoeneß: Demirovic verträgt Belastung gut

Zugleich stellt sich für den Stuttgarter Trainer nun die Frage, wie Demirovic die intensiven Tage weggesteckt hat. Ist er direkt wieder ein Startelf-Kandidat für das Heimspiel am Samstag (18.30 Uhr/Liveticker) gegen Borussia Dortmund? Einerseits hat Hoeneß schon oft auf die Nehmerqualitäten seines Stürmers verwiesen, weshalb er auch jetzt betont: „Medo ist grundsätzlich immer Startelf-Kandidat. Er ist ein Spieler, der Belastung gut verträgt.“

Andererseits war das Pensum nicht ohne – was der VfB-Trainer nicht nur auf die reine Spielzeit von Demirovic über 120 sowie 115 Minuten bezieht, sondern mit einem Schmunzeln auch auf die anschließende nächtliche Party. „Es waren nicht nur die 235 Minuten Belastung auf dem Platz, da waren wahrscheinlich nochmal ein paar Stunden Belastung danach.“

Sebastian Hoeneß stand in den vergangenen Tagen in Kontakt mit Ermedin Demirovic. Foto: Baumann/Alexander Keppler

Ein Startelf-Einsatz ist daher völlig offen und soll auch im persönlichen Austausch besprochen werden. Sollte Demirovic nicht von Beginn an auflaufen, könnte Deniz Undav die Rolle ganz vorne im Sturm einnehmen und die Position der hängenden Spitze dahinter anders besetzt werden. Mit Bilal El Khannouss oder Nikolas Nartey beispielsweise, die aber beide auch bis Mitte der Woche mit ihren Nationalteams unterwegs waren. Zuletzt beim FC Augsburg (5:2) hatte Hoeneß in der Anfangsformation auf das Duo Undav-Nartey gesetzt und Demirovic erst im Spielverlauf eingewechselt.

Unabhängig davon, wie die Entscheidung dieses Mal ausfällt, ist eines schon jetzt klar: Ermedin Demirovic geht mit einer Menge Rückenwind und Euphorie ins Saisonfinale.