Foto: Pressefoto Baumann

VfB-Stürmer Shinji Okazaki fühlt mit seinen erdbebengeplagten Landsleuten in Japan.

Stuttgart - Das Erdbeben, der Tsunami und das Atomunglück haben Millionen seiner Landsleute in Angst und Schrecken versetzt. Viele trauern um Familien und Freunde, sie sind obdachlos, sie fürchten die radioaktive Strahlung aus dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima, Wasser und Essen sind knapp. "Die Angst vor neuen Beben ist immer da. Sie begleitet einen in Japan ständig", sagt VfB-Stürmer Shinji Okazaki (23). Als er neun Jahre alt war, hat er selbst erlebt, wie die Erde wackelte. Das prägt. "Du bist so hilflos", sagt er.

Seine Familie lebt in Shizuoka, 360 Kilometer südwestlich von Fukushima. Sie ist wohlauf. Doch Shinji Okazaki denkt an jene, die das Schicksal hart getroffen hat. Als die Idee aufkam, in Osaka ein Benefizspiel zwischen der Nationalmannschaft und einer Auswahl der J-League auszutragen, war er sofort begeistert: "Als Fußballer kann ich meinen Landsleuten nicht groß helfen. Sie werden jeden Tag mit negativen Nachrichten konfrontiert, aber dieses Spiel war ein kleiner Beitrag, um sie abzulenken." Ein Zeichen der Hoffnung, ein wenig Trost. Die Karten waren in einer Stunde vergriffen, umgerechnet kamen 130000 Euro für die Opfer der Katastrophe zusammen, und obendrein erzielte Okazaki beim 2:1-Sieg das 2:0.

Über seinen Internetblog melden sich Eltern, auch aus dem Krisengebiet, die ihm im Namen ihrer Kinder versichern, wie er ihnen Freude ins Gesicht gezaubert hat. Das ist ihm Ansporn genug, sich auch für den VfB noch mehr reinzuhängen. "Vielleicht kann ich den Fans in Japan Mut machen und Kraft geben, wenn sie sehen, dass ich mich für die Mannschaft anstrenge und gut spiele", sagt er.

Das gilt erst recht, seit er weiß, dass seine Familie bald nach Stuttgart kommt. Am Donnerstag erhielt seine Frau Yumemi die ersehnten Pässe für die Söhne Toya (2) und Kenshi (vier Monate). Für den 18. April war ihr Flug nach Stuttgart geplant, womöglich klappt es nun schon am 10. April. Noch ein Zeichen der Hoffnung, diesmal für Shinji Okazaki selbst: "Ich fühle mich in Stuttgart sehr wohl. Aber wenn die Familie da ist, bin ich richtig glücklich."

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