Der Doppeltorschütze Deniz Undav (rechts) hat nach dem Spiel nicht für seine Stuttgarter Kollegen Angelo Stiller und Jamie Leweling (links) gute Nachrichten. Foto: IMAGO/Sven Simon

Der erfolgreiche VfB-Stürmer gibt nach seiner Auswechslung im WM-Test schnell Entwarnung. Den Flug in die USA will er nun vorwiegend im Liegen absolvieren.

Da stand er nun. In seinem neuen grünen Trainingsanzug und mit einem Grinsen im Gesicht. Typisch Deniz Undav. Er hatte zuvor beim 4:0 gegen Finnland ja auch ein typisches Undav-Spiel geboten – mit zwei Treffern und einer Torvorlage im WM-Test. Doch dann hatte sich der Stürmer des VfB Stuttgart an die oberen Oberschenkel oder die „unteren Arschbacken“ gegriffen. Irgendwo in diesem Bereich schmerzte es.

 

Medizinisch ist das kleine Malheur noch nicht so richtig erfasst, aber in einer ersten Selbstdiagnose nach seiner Auswechslung sagte der 29-Jährige: „Mir geht es gut. Ich denke nicht, dass es etwas Ernsthaftes ist, denn ich kenne meinen Körper. Ich hatte das schon zu Wochenbeginn. Dann war es wieder weg für zwei, drei Tage.“

Lob vom Bundestrainer

Von Undav gibt es nach der Begegnung also drei gute Nachrichten. Er ist sportlich in seinem Element, versprüht im Kreis des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) beste Laune und gibt Entwarnung. „Zwei, drei Tage Pause – dann geht es wieder weiter“, meinte der Offensivspieler, der gegen schwache Finnen starke Eigenwerbung betrieb. Trotz vergebener Chancen zu Beginn.

Deniz Undav traf gegen Finnland doppelt. Foto: Tom Weller/dpa

Undav wäre jedoch nicht Undav, wenn er sich nicht auf seinen Instinkt im Strafraum verlassen könnte. Das macht den VfB-Star wertvoll für die Weltmeisterschaft in Nordamerika. „Deniz hat immer gefährliche Situationen in der Box gehabt. Er war an drei Toren beteiligt, von dem her war es ein sehr gutes Spiel“, sagte der Bundestrainer Julian Nagelsmann und fügte hinzu: „Wenn du zwei Tore machst und dann noch einen vorlegst, spielst du dich nie aus der Mannschaft.“

Undav darf sich also Hoffnungen machen, ein Startelf-Kandidat zu bleiben. Zumindest beim nächsten WM-Test am Samstag in Chicago gegen die USA. Trotz definierter Jokerrolle im DFB-Team und obwohl dann wieder Kai Havertz zur Verfügung steht. Der Angreifer des FC Arsenal fehlte in Rheinhessen, da er mit seinem Club im Champions-League-Finale gegen Paris Saint-Germain gefordert war. Ansprüche erhebt der VfB-Profi aber nicht, nachdem es nach dem März-Länderspiel gegen Ghana (2:1) kontroverse Diskussion über Nagelsmanns Umgang mit seinem damaligen Siegtorschützen gab.

Offensichtlich genervt vom Undav-Hype kritisierte der Bundestrainer den Torjäger anstatt ihn zu loben. Mittlerweile sind die Irritationen ausgeräumt und Undav blickt nach vorne. „Wenn du hier bei der Nationalmannschaft Tore machst, gibt dir das einfach nur mehr Selbstvertrauen. Jetzt heißt es, einfach weitermachen, den Moment genießen und dann gucken, was passiert“, sagte der Doppel-Torschütze, der in Konkurrenz zu Havertz und Nick Woltemade steht. „Wir sind drei gute Stürmer und ich erledige nur meinen Job“, meinte Undav, der schon weiß, in welcher Position er aufgrund seiner Po-Blessur den langen Übersee-Flug am Dienstag mit dem DFB-Tross absolvieren will: „Im Liegen.“ Denn zur Genesung will er möglichst wenig sitzen.