Deniz Undav im Döner-Lokal und Ermedin Demirovic beim Friseur – die VfB-Stars haben gewisse Hotspots in Stuttgart. Foto: Kebaphaus am Feuersee/Friseur & Barbier Babylon/Ghazwan Nazar

Auf welchen Döner schwören die Spieler des VfB Stuttgart? Wo gehen sie Kaffee trinken, feiern oder zum Friseur? Die Macher hinter den Lieblingsspots der Profi-Kicker geben Einblicke.

Der Stuttgarter Westen steht hoch im Kurs bei den VfB-Stars. Nicht nur Döner und Kaffee lassen sich die Spieler hier schmecken, auch ein Friseurbesuch ist Pflicht. Doch auch in anderen Stadtteilen sind die Fußballer privat unterwegs. Wir zeigen, wo.

 

Spätestens seit der EM 2024 ist klar: Stuttgarts Stürmer Deniz Undav setzt in Sachen Döner auf den Westen. Im Kebaphaus am Feuersee lässt er sich regelmäßig seinen Döner schmecken. Doch was schätzt Undav an dem Lokal? Und welche VfB-Stars gehen hier sonst noch ein und aus?

Kebaphaus am Feuersee ist bei vielen VfB-Spielern beliebt

Serdar Oguz, der neben Ali Abdi hinter dem Kebaphaus steht, kann gleich mehrere bekannte Namen nennen. Auch Jeff Chabot, Chris Führich, Maximilian Mittelstädt, Angelo Stiller, Atakan Karazor sowie Bilal El Khannouss und Badredine Bouanani waren hier schon zu Gast.

„Undav war der Erste. Er hat die anderen sozusagen mitgebracht“, so der Gastronom. Wenn die Spieler das Restaurant am Feuersee betreten, sei direkt Selfie-Alarm angesagt. „Die Spieler bestellen den Döner deshalb meist zum Mitnehmen.“ Ihre Fotos bekommen die Fans aber trotzdem, die Kicker seien immer bodenständig und freundlich.

Kebaphaus am Feuersee: Das essen die VfB-Spieler am liebsten

Über die Theke geht meist der klassische Döner mit Fleisch, aber auch die türkische Fladenbrot-Speise Lahmacun sei beliebt. Was die Spieler am Kebaphaus am Feuersee schätzen? „Die Qualität“, sagt Serdar Oguz.

Die VfB-Stars Angelo Stiller und Jeff Chabot zu Besuch im Kebaphaus am Feuersee. Foto: Kebaphaus am Feuersee

Und das offenbar so sehr, dass sie auch mal die ganze Familie mitbringen. „Nach dem Champions-League-Spiel gegen Celtic Glasgow hat Bilal El Khannouss seine ganze Familie zum Essen bei uns eingeladen“, erzählt Oguz. „Wir wollten eigentlich schon schließen, aber dann stand er mit 30 Leuten vor der Tür. Natürlich haben wir sie dann nicht nach Hause geschickt“, erinnert sich der Gastronom. „Die Familie hat sich total gefreut.“

Café Carlo freut sich über Besuch von Josha Vagnoman

Auch die Betreiberin des Café Carlo, Astrid Christ, die auch hinter den Kuchenliebe-Filialen steht, kann sich immer mal wieder über prominenten Besuch freuen. Erst vor Kurzem stattete VfB-Verteidiger Josha Vagnoman dem Café in der Rotebühlstraße einen Besuch ab.

Die VfB-Stars bestellten meist Geburtstagstorten von Kuchenliebe, die im Café Carlo ausgegeben werden. „Meist, vermute ich, sind das Geburtstagstorten für die Partnerin, oft werden Torten in Herzform bestellt“, erzählt Astrid Christ. Bei den Besuchen nehmen sich die Kicker laut Christ Zeit für Fanfotos, seien immer freundlich und zurückhaltend. „Sie wollen wie ganz normale Gäste behandelt werden.“

Edel speisen die Spieler des VfB Stuttgart im Amici

Doch nicht nur in Cafés und Imbissen, auch in Edelrestaurants sind die Stars gern gesehene Gäste. So etwa im Amici in der Lautenschlagerstraße. Dann jedoch meist als Mannschaft und zu offiziellen Anlässen wie dem Saisonabschluss oder zur Aufstiegsfeier, wie Gastronom und Betreiber Michael Wilhelmer erzählt. Auch privat seien VfB-Stars hin und wieder zu Gast. Hier wolle er jedoch die Privatsphäre seiner Gäste wahren, so Wilhelmer. „Die Spieler schätzen die lässige Atmosphäre und dass sie weitestgehend in Ruhe gelassen werden“, sagt er.

Und was kommt auf den Teller? „Da wir viele Leistungssportler zu Gast haben, essen die meisten Spieler am liebsten unser Sushi und die Pastagerichte“, so der Gastronom. „Es sind immer schöne Begegnungen, besonders natürlich, wenn es Grund zum Feiern gibt und die Jungs sich auch mal entspannt zeigen können.“

Ein Stammlokal der VfB-Spieler in Gablenberg

Doch nicht nur in der Innenstadt gibt es Lokale, die regelmäßig von den Bundesligisten frequentiert werden. Auch in Gablenberg gibt es mit der Trattoria Vivaldi ein Stammlokal des VfB. Auf den ersten Blick wirkt die Trattoria wie der typische Italiener von nebenan. Die Gäste sind jedoch außergewöhnlich – und das seit fast 30 Jahren. „1998 kamen hier Jogi Löw, Thomas Berthold und Fredi Bobic rein. Ich habe sie alle erst nicht erkannt“, erzählt Wirt Nico Blancone, der in Süditalien aufwuchs. 2005 kam dann auch Giovanni Trapattoni – und zwar „jeden Tag“, wie Blancone versichert. Der Kontakt riss nie ab: „Giovanni erkundigt sich regelmäßig nach unserem Befinden.“

Profisportler zu bekochen ist etwas anders, als normale Gäste zu bekochen, sagt Blancone. „Man muss auf individuelle Wünsche Rücksicht nehmen.“ Stichwörter: glutenfrei, fettarm und bei Spielern muslimischen Glaubens halal. Dazu kommen Vorlieben, die von Mensch zu Mensch variieren. Margherita Blancone kennt sie bei den VfB-Profis alle. „Mama weiß alle Einzelheiten“, sagt ihre Tochter Paola – dieser Spieler mag keinen Knoblauch, jener will weniger Salz.

Bis 2014 hat Nico Blancone sogar offiziell für den VfB gekocht. Und auch die aktuelle Spielergeneration pflegt noch immer die Nähe zu dem Italiener in Stuttgart-Ost. Es soll sogar vorkommen, dass das Vivaldi Pizza direkt in die Umkleidekabine liefert.

Das ist der Stammfriseur der VfB-Stars

Und wo gehen die Profis hin, wenn die Frise fürs anstehende Spiel sitzen muss? Spieler wie Jeff Chabot, Ermedin Demirovic, Tiago Tomás, Lazar Jovanovic und Nikolas Nartey setzen auf den Friseursalon Babylon in West. Gemeinsam mit seinem Bruder schneidet der Stuttgarter Ghazwan Nazar, genannt Hazuan, seit etwa fünf Jahren in der Schlossstraße Haare. Seit die VfB-Spieler Silas und Tiago Tomás erstmals im Jahr 2023 vorbeischauten, wurde der Salon bei den Kickern beliebt. Mit dem ersten Besuch Ermedin Demirovics 2024 gab es dann kein Halten mehr.

Friseur Hazuan mit den VfB-Stars Jeff Chabot (li.) und Ermedin Demirovic. Foto: Friseur & Barbier Babylon/Ghazwan Nazar

Die VfBler kämen fast jede Woche, manchmal sogar zweimal pro Woche, je nachdem, wie oft Spiele anstehen, erzählt der Inhaber. „Sie schätzen die entspannte Stimmung im Salon und fühlen sich bei uns wie zuhause“. Für den Friseur sind seine prominenten Kunden längst mehr als das, nämlich Freunde. „Es gibt Tage, da kommen sie gar nicht zum Haareschneiden, sondern wir trinken einfach einen Kaffee zusammen und hängen ab“, so der 26-Jährige.

Hazuan freut sich über die treuen VfB-Kunden. „Das motiviert uns, weiterzumachen“, sagt er. Auf Social Media zeigt der 26-Jährige seine Arbeit im Salon, postet Bilder und Videos mit den VfB-Spielern, die viral gehen. Immer wieder sorgt das für Fanaufläufe vor dem Babylon – und lockt neue Kundschaft an. „Die Spieler nehmen sich dann die Zeit und machen Bilder“, erzählt Hazuan. „Junge Fans machen Termine aus und hoffen, dass auch ein Spieler da ist.“ Viele ließen sich sogar den gleichen Haarschnitt wie die Profi-Kicker schneiden, um dem Idol ein Stück näher zu sein.