Der Argentinier in Diensten des VfB Stuttgart ist immer für ein Späßchen gut. Foto: Baumann

VfB-Linksverteidiger Emiliano Insua freut sich auf die anstehende Saison in der Fußball-Bundesliga,warnt aber vor zu großen Erwartungen: „Die vielen talentierten Spieler sind ein Versprechen, aber man weiß nicht, ob sie vor 60 000 Zuschauern bestehen werden.“

Stuttgart - Er hat die meisten Einsätze in den vergangenen zwei Jahren für den VfB Stuttgart absolviert: Emiliano Insua, der nur ein Ligaspiel wegen einer Gelbsperre verpasste. Nun blickt der 28-jährige Argentinier auf die neue Saison, auf die sich der VfB Stuttgart gerade im Stubaital vorbereitet.

Herr Insua, wie sieht für Sie denn ein normaler Arbeitstag während der Saisonvorbereitung aus?
Ich brauche zunächst ein ordentliches Frühstück mit einem guten Kaffee und Eiern, dann kann es losgehen. Ich bin das auch so gewöhnt. Beim FC Liverpool haben wir auch immer im Teamkreis gefrühstückt, bei meinen Stationen in Portugal und Spanien zumindest gelegentlich.
Und dann?
Anschließend gehe ich in den Kraftraum, um die Bauch- und Rückenmuskulatur zu stärken und mein Dehnprogramm zu absolvieren. Das habe ich mir schon vor meiner Zeit in Stuttgart angewöhnt und tut mir gut. Danach wird dann in der Regel noch zweimal auf dem Platz trainiert.
Das klingt aus Ihrem Mund alles routiniert.
Ist es einerseits auch, weil ich das Ganze schon einige Male in meiner Karriere mitgemacht habe. Andererseits ist es immer wieder aufs Neue hart – mit schweren Beinen und der ganzen Müdigkeit, die man mit sich herumschleppt.
Ist die Konditionsarbeit in Deutschland ­intensiver als in anderen Ländern, in denen Sie bereits gespielt haben, weil hier ein sehr körperbetonter Fußball gepflegt wird?
Ehrlich gesagt nein. Hier beim VfB wird die Form erarbeitet: Man beginnt nicht so heftig und steigert sich dann. In Argentinien sind wir anfangs fast wie die Verrückten losgerannt. Und auch bei Atlético Madrid mit Diego Simeone als Trainer ging es gleich voll an die Grenze.
Und wie arbeitet es sich mit Hannes Wolf in Stuttgart?
Sehr gut, wenn auch anders als zum Beispiel unter seinen Vorgängern Alexander Zorniger und Jos Luhukay, die ich während meiner Zeit beim VfB in der Sommervorbereitung auch schon erlebt habe. Hannes Wolf lässt uns sehr viel mit dem Ball arbeiten, und er legt sehr viel Wert auf Präzision. Alles muss auf den Punkt sein, sowohl bei der Technikschulung als auch bei den taktischen Einheiten. Hannes Wolf verlangt sehr viel von uns.
Mehr als während der Zweitligasaison?
Das nicht, aber wir Fußballer brauchen schon einen gewissen Druck, damit wir es nicht zu locker angehen lassen. Den erzeugt Hannes Wolf auf jeden Fall, obwohl er ein junger Coach und die Bundesliga komplett neu für ihn ist. Doch man merkt dem ganzen Trainerteam an, dass es extrem ehrgeizig ist. Das überträgt sich auf die ganze Mannschaft.
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