Erlebt schwere Zeiten: VfB-Präsident Wolfgang Dietrich Foto: Baumann

Präsident Wolfgang Dietrich hat nach dem Abstieg des VfB Stuttgart nochmals Fehler eingeräumt. In einem Interview spricht der 70-Jährige außerdem über die doppelte Absage eines Wunschkandidaten für den Sportdirektorenposten und einen möglichen Antrag auf Abwahl des Präsidenten.

Stuttgart - Präsident Wolfgang Dietrich vom VfB Stuttgart hat noch einmal bekräftigt, trotz des Absturzes in die Zweitklassigkeit beim VfB weitermachen zu wollen. „Gerade nach einem Abstieg kann Davonrennen nicht funktionieren. Für mich ist das eine Selbstverständlichkeit. In der heutigen Gesellschaft scheint das aber nicht mehr normal zu sein“, sagte Dietrich in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung.

Von guter Rückrunde geblendet

Dort berichtet der bei Teilen der Fans stark in der Kritik stehende Präsident außerdem über eine doppelte Absage eines möglichen Sportdirektors. Demnach hatte der Club bereits am 1. September 2017 eine Zusage, nur wenige Tage, nachdem Michael Reschke sein Amt als Sportvorstand angetreten hatte. Der Deal zerschlug sich. Zum 31. Januar 2018 sei die Zusage erneuert und dann ein weiteres Mal zurückgezogen worden, berichtete Dietrich. Um wen es sich handelte, sagte er nicht. Dass er nicht genügend Druck in dieser Personalie gemacht habe, kreidete sich der 70-Jährige als großen Fehler an. Erst jetzt, unmittelbar vor dem Abstieg aus der Bundesliga, konnte der VfB seinem Sportvorstand Thomas Hitzlsperger in Sven Mislintat einen Sportdirektor an die Seite stellen. Dietrich räumte ein, lange von der guten Rückrunde 2018 geblendet worden und deswegen zu passiv gewesen zu sein. Auf die Frage, ob es auch ein Fehler gewesen sei, so lange an Trainer Markus Weinzierl festzuhalten, sagte der Präsident: „Hinterher ist man klüger.“

Quorum für Abwahl beträgt 75 Prozent

Mit Blick auf die Mitgliederversammlung am 14. Juli (13 Uhr) berichtete Dietrich in dem Interview außerdem von einem „wahrscheinlichen Antrag“ auf Abwahl des Präsidenten. Geht dieser fristgerecht ein, entscheidet der Vorstand, ob der Antrag auf die Tagesordnung der Mitgliederversammlung kommt. Das Quorum würde 75 Prozent betragen.

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