Josha Vagnoman ist die neue Alternative auf der rechten Außenbahn für das Stuttgarter Spiel. Auf dem Platz konnte er sich bisher nur eingeschränkt präsentieren. Foto: Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch

Neuzugang Josha Vagnoman ist bei den Anhängern groß gefragt. Er soll für den VfB Stuttgart eine sofortige Verstärkung sein, die umgehend eine wichtige Rolle spielt.

Seinen ersten großen Auftritt als VfB-Spieler hatte Neuzugang Josha Vagnoman nicht am Samstagmittag, als er als zweiter Neuzugang der Saison vorgestellt wurde. Auch nicht am Samstagnachmittag, als er mit dem VfB-Tross im Teamhotel eincheckte. Dafür aber am Samstagabend im Zeppelinstadion in Friedrichshafen nach dem Testspiel gegen den FC Zürich (3:2). Dabei hatte der 22-Jährige Außenverteidiger nicht eine Sekunde gespielt.

 

Aber als die Fans nach Spielende auf Autogrammjagd gingen, schlug die Stunde des gebürtigen Hamburgers. Lediglich um Fanliebling Sasa Kalajdzic bildete sich eine ähnlich große Traube. Unterschriften, Selfies, Kurzbotschaften per Video, Vagnoman erfüllte alle Wünsche mit breitem Grinsen im Gesicht und sichtlicher Freude darüber, beim Anhang so nachgefragt zu sein. Er war gar so sehr im Flow, dass er beinahe auf Trikots einiger Fans des FC Zürich unterschrieb, die direkt daneben auf ihre Stars warteten. Für seinen neuen Arbeitgeber gab es warme Worte: „Der VfB bietet jungen Spielern sehr gute Rahmenbedingungen, um sich zu entwickeln. Ich möchte mich schnell in meiner neuen Mannschaft zurechtfinden.“

Soforthilfe mit Physis und Dynamik

Ähnlich gut in Fahrt präsentierte sich Sportchef Sven Mislintat nach Spielende. „Wir haben einen U21-Nationalspieler und -Europameister verpflichtet, der, wenn er nicht verletzt gewesen wäre, wahrscheinlich bei ganz anderen Vereinen auf dem Tablett gewesen wäre“, bilanzierte er nicht ohne Stolz seinen Transfer, der eine große Baustelle im Kader nun schließen soll. „Wenn wir Viererkette spielen, hatten wir mit Pascal Stenzel bisher nur einen gelernten Rechtsverteidiger. Josha kann aber auch Wingback spielen und dort Herausforderer sein“ strich er heraus. Vagnoman bringe zudem „Größe, Dynamik, Physis“ mit, so Mislintat, der Vagnoman umgehend eine wichtige Rolle zutraut. Der Rechtsverteidiger solle mit diesen Attributen dabei helfen, das Stuttgarter Spiel mit schnellem Umschalten wuchtig über die Flügel nach vorn zu tragen.

Wann Vagnoman dies das erste Mal in einem Spiel unter Wettkampfbedingungen auf dem Feld zeigen kann, wird sich weisen. Bisher arbeitete er ausschließlich individuell. Und dann ist da seine Verletzungshistorie. In der abgelaufenen Saison sammelte er nur 680 Pflichtspielminuten. Den Großteil der Runde fiel er aufgrund eines Sehnenrisses aus. Doch auch diesbezüglich herrscht bei Mislintat Zuversicht. „Wir haben in den letzten Jahren gute Erfahrungen gemacht, den Jungs dabei zu helfen, ihr Leistungsniveau konstant wieder zu erreichen. Der Rest kommt dann von selbst.“ Im weiteren Verlauf der Trainingswoche sollen die Umfänge des Neuzugangs gesteigert werden.

Ein erster Teileinsatz winkt am kommenden Wochenende im Test gegen den FC Brentford (15.30 Uhr). Das Spiel findet erneut im Zeppelinstadion statt. Eines scheint jetzt schon sicher: Vagnoman wird nach Abpfiff wieder ein gefragter Mann sein.