Hatte sich schon auf ein weiteres Jahr in Istanbul eingestellt: VfB-Neuzugang Andreas Beck Foto: dpa

Von Besiktas Istanbul zurück zum VfB: Rechtsverteidiger Andreas Beck (30) fühlt sich fit genug, um sofort helfen zu können, wie er im Interview erklärt.

Stuttgart – Herr Beck, wie war das Leben am Bosporus?
Ich habe es sehr genossen. Wir haben als Familie gesagt: Wir lassen uns auf das Leben in der Türkei in all seinen Facetten ein. Dazu zählt auch, dass ich noch am Dienstagmittag Türkisch-Unterricht hatte. Istanbul bietet eine vielfältige Kultur mit anderen Sitten. Als Fußballer war es sehr interessant, die andere Seite kennenzulernen. Dort war ich der Ausländer – und kann die Jungs jetzt viel besser verstehen, wenn sie aus der Fremde in die Bundesliga kommen.
Haben Sie die politische Lage und die Terror­gefahr nicht bedrückt?
Es war gewiss nicht so, dass wir in Istanbul mit Scheuklappen herumgelaufen sind. Einmal ist nahe des Besiktas-Stadions eine Stunde nach dem Spiel eine Bombe explodiert. Auf den Terror verzichtet man gerne. Die Dinge waren schon hautnah. Doch man kann viel lernen von den Türken, von denen wir stets mit offenen Armen empfangen worden sind. Es wurde viel getrauert und geweint – doch irgendwann geht man dann zur Tagesordnung über.
Sie sind also nicht zum VfB geflohen?
Nein. Wir haben nie das Gefühl gehabt, weg zu müssen. Ich hatte mich schon auf ein weiteres Jahr bei Besiktas eingestellt, habe in allen vier Spielen der neuen Saison auch gespielt. Ich bin gerade nach dem Unterricht spazieren gewesen, als der Anruf meines Bruders kam und er sagte: Der VfB Stuttgart will dich.
Fiel die Entscheidung zur Rückkehr leicht?
Da waren viele Emotionen im Spiel. Ich hätte Istanbul für keinen anderen Club verlassen außer für den VfB. Ich besitze noch viele Verbindungen in die Region. In Stuttgart ­habe ich mein Abitur gemacht, in Bad Cannstatt habe ich geheiratet. Zudem kenne ich die Strukturen beim VfB, brauche keine ­lange Eingewöhnungszeit.
Können Sie der Mannschaft gleich helfen?
Ob ich auf Schalke spielen werde, entscheidet der Trainer. Der VfB besitzt einen guten Mix aus Jung und Alt – und Hannes Wolf hat mir gleich seine Spielidee erklärt. Ich bin fit und freue mich auf die Zukunft.

VfB Stuttgart - 1. Bundesliga

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