VfB-Mitglieder, VfB-Stürmer Daniel Ginczek (Mi.), außerordentliche Mitgliederversammlung Foto: Baumann

Die VfB-Mitglieder haben der Ausgliederung der Profiabteilung zugestimmt. Jetzt ist der Weg frei für Investoren. „Aber Geld ersetzt keine Emotionen“, warnt StN-Autor Gunter Barner, „nur wenn die Vereinskultur unter dem Einfluss der Investoren nicht leiden, kann die AG zur Erfolgsstory werden.“

Stuttgart - Der Ausgang des Rennens war offen, am Ende hat es gereicht. Die Mitglieder des VfB Stuttgart setzten einen Meilenstein: Der Profifußball des Vereins für Bewegungsspiele 1893 firmiert künftig als Aktiengesellschaft. Der Weg ist frei für Investoren.

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Und der große Nachbar legt die Spur: Daimler zahlt 41,5 Millionen Euro für 11,75 Prozent der AG-Anteile. Das ist eine gute Nachricht. Eine noch bessere wäre, wenn bald schon weitere Investoren dem Beispiel folgen würden.

Der VfB muss schnell aufholen

Denn ab sofort gilt das versprochene Wort: Mindestens 100 Millionen Euro will VfB-Präsident Wolfgang Dietrich in den kommenden drei bis vier Jahren einsammeln. Geld, das der VfB Stuttgart gut gebrauchen könnte. Die Bundesliga ist ein Wachstumsmarkt, aber der Renommierclub aus Bad Cannstatt wurde in den vergangenen zehn Jahren zum Opfer seiner Misswirtschaft und Versäumnisse. Der VfB muss aufholen, und zwar im Eilzugtempo.

Die Mitglieder haben für die AG gestimmt – und der aktuellen Führungsmannschaft einen Vertrauensvorschuss gegeben. Damit allein ist sportlicher Erfolg aber noch nicht garantiert. Die Denker und Lenker der neuen VfB-Ära stehen in der Pflicht, den Geldzufluss sinnvoll einzusetzen. Der VfB Stuttgart wird auch künftig nicht zur Hochfinanz der Liga zählen, spektakuläre Transfers werden die Ausnahme bleiben. Sein größtes Kapital muss die effektive Arbeit mit dem Nachwuchs sein. Damit würde der VfB an eine Tradition anknüpfen, mit der die Marke einst zum leuchtenden Vorbild wurde.

Keine Ausreden mehr für die Bosse

Geld ersetzt keine Emotionen. Wenn die Vereinskultur und die Nähe zu den Fans unter dem Einfluss der Investoren nicht leiden, dann könnte die VfB-AG zu einer Erfolgsstory werden. Die Mitglieder haben ihren Teil für eine bessere Zukunft beigetragen. Ab sofort gibt es für die Bosse keine Ausreden mehr.

gunter.barner@stuttgarter-nachrichten.de

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