Wieviel verdient man in der Champions League, wieviel in der Europa-Liga? Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie. Foto: dpa

Die Europa-Liga ist finanziell kaum attraktiv – und dennoch viel wert, auch für den VfB Stuttgart. 

Stuttgart - Sie kämpfen, sie holen auf, sie rennen, sie geben alles - für dieses eine Ziel: Platz sechs in der Bundesliga, verbunden mit dem Einzug in die Europa-Liga. Der VfB Stuttgart will dahin, auch der Hamburger SV hat vor dem letzten Spieltag noch Chancen, andere sind schon bitter betrübt, dass sie es nicht mehr geschafft haben. Dabei muss die Frage gestattet sein: Stehen da Aufwand und Ertrag eigentlich in einem gesunden Verhältnis?

Sichert sich der VfB Platz sechs in der Bundesliga, geht es in einer Qualifikations- und einer Play-off-Runde um den Einzug in die Gruppenphase der Europa-Liga. Ende August könnte dieses Ziel erreicht sein - aber auch dann knallen bei VfB-Finanzvorstand Ulrich Ruf keine Sektkorken: "Eine Faustregel besagt: Die Erlöse aus der Europa-Liga belaufen sich auf etwa 10 Prozent im Vergleich zur Champions League." In der Gruppenphase der Königsklasse hat der VfB in der vergangenen Saison etwa 15 Millionen Euro verdient, nun wird es deutlich weniger.

Wer in der Europa-Liga gut verdienen will, muss richtig erfolgreich sein und mindestens ins Achtelfinale kommen. Vor der Gruppenphase ist sogar noch nicht einmal gesichert, dass die Ausgaben für Reisen, Prämien und Organisation gedeckt werden.

Trotzdem: Der Wert einer Teilnahme am internationalen Geschäft lässt sich in Geld allein nicht messen. Es geht um Prestige, um eine Plattform für aufstrebende Profis und erst recht um ein Signal an die Sponsoren. Gerade im Feilschen um einen neuen Trikotsponsor kann die Teilnahme am internationalen Geschäft einige Euro wert sein. Die bestehenden Geldgeber werden zudem wohl ebenfalls eine Erfolgsprämie ausschütten.

Und so kommt auch Ulrich Ruf zu einem versöhnlichen Fazit. Die Europa-Liga ist zwar nicht zu vergleichen mit der Champions League - aber immer noch viel, viel besser, als ganz ohne einen internationalen Startplatz dazustehen.

Warum Ruf nicht im Nebel stochert, aber von einem Missverhältnis spricht, lesen Sie in unserer Printausgabe vom 6. Mai.

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