Zukunft offen: VfB-Verteidiger Antonio Rüdiger. Foto: dpa

Der Wechsel des VfB-Verteidigers Antonio Rüdiger nach Wolfsburg stockt: Der VfL hat finanzielle Zwänge, die Engländer dagegen nicht.

Mayrhofen - Um die Mittagszeit war am Freitag für Antonio Rüdiger die Sommerpause beendet. Da traf der Innenverteidiger im Trainingslager des VfB in Mayrhofen ein. Im Schlepptau hatte er seinen Halbbruder und neuen Berater Sahr Senesie. Zur Begrüßung wartete Sportvorstand Robin Dutt, und dass es hinter verschlossenen Türen um Rüdigers angestrebten Wechsel zum VfL Wolfsburg ging, liegt auf der Hand. Allerdings: Am Zuge sind beide nicht, sondern Wölfe-Manager Klaus Allofs. Und wenn der nicht zugreift, steht der FC Chelsea parat: Die Engländer bieten um Rüdiger mit.

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„Ich muss gar nichts“, sagt Robin Dutt zu dem möglichen Transfer nach Wolfsburg, vor allem muss er Rüdiger nicht freigeben, wenn der VfL nicht die geforderte Ablöse von 18 Millionen Euro zahlt. Bisher liegt das Angebot erst bei zwölf Millionen Euro. „Wir wollen und können nicht alles machen“, betont Allofs – mit der Betonung auf können. Denn dem VfL sind finanziell die Hände gebunden. Dabei unterstützt der Mutterkonzern Volkswagen den Verein aufs Üppigste. Genau das ist das Problem.

Die Europäische Fußball-Union (Uefa) wacht sorgsam über die Einhaltung des Financial Fair Play. Sie hat auch den VfL Wolfsburg im Blick, dessen Ausgaben sich in einem vorgegebenen Finanzrahmen bewegen müssen. Der ist weitgehend ausgereizt, was bedeutet: Ohne Spieler-Erlöse kann der VfL die 18 Millionen nicht stemmen. Deshalb hängt Rüdiger in der Warteschleife, bis klar ist, woher das Geld kommen soll.

Falls es ausbleibt, hat Rüdiger im FC Chelsea eine Alternative, die in der Lage und wohl auch bereit ist, die VfB-Forderung zu erfüllen. „Es gibt das Interesse aus Wolfsburg. Aber es gibt auch aus dem Ausland einen engen Kreis an Vereinen, die Antonio gerne verpflichten wollen“, sagte Sahr Senesie, „Antonio findet Wolfsburg sehr interessant, aber das trifft auch auf Chelsea zu.“ Denkbar sei auch, dass Rüdiger beim VfB bleibt: „Noch ist nichts unterschrieben.“

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