Zum zweiten Mal waren die Stuttgarter Junxx in diesem Jahr bei der Parade zum "Christopher Street Day" dabei – erneut mit einem eigenen Lkw.

 Foto: Stuttgarter Junxx

In einer Serie stellen wir einige offizielle Fanclubs des VfB Stuttgart vor. Heute: Die Stuttgarter Junxx.

Stuttgart - Neuer Start, neues Glück! In den ersten Wochen der Fußball-Bundesligasaison 2011/12 stellen wir einige offizielle Fanclubs des VfB Stuttgart vor. Diesmal: Die "Stuttgarter Junxx", der erste offizielle schwul-lesbische Fanclub des VfB

Wie alles begann

Exakt seit dem 24. Oktober 2004 gibt es den VfB-Fanclub Stuttgarter Junxx. Vorbild waren damals, vor inzwischen fast sieben Jahren, die Hertha-Junxx aus Berlin, der erste schwul-lesbische Fanclub Deutschlands. "Als ich früher ins Stadion gegangen bin, haben mich immer wieder die homophoben Sprechchöre gestört", erinnert sich Mark Friedrich, der Vorsitzende der Stuttgarter Junxx, "und ich dachte mir, dass ich bestimmt nicht der einzige Schwule bin, der zum VfB geht und sich darüber ärgert."

Also recherchierte Friedrich im Internet und stieß auf die Hertha-Junxx und auch die Dortmunder Rainbow-Borussen. Und mit denen nahm er Kontakt auf: "Sie haben mich ermuntert, auch in Stuttgart einen schwul-lesbischen Fanclub zu gründen." Nachdem er über ein schwules Netzwerk Kontakte zu anderen schwulen Fußballfans hergestellt und vier weitere VfB-Fans gefunden hatte, die einen Fanclub ins Leben rufen wollten, wurde er flugs gegründet.

Wie ist der Stand heute?

Die Stuttgarter Junxx können inzwischen 100 Mitglieder vorweisen - "und ich muss gestehen, dass ich zu Beginn nie damit gerechnet hätte, dass wir einmal eine dreistellige Mitgliederzahl erreichen", so Mark Friedrich. "Aber wir haben in den vergangenen Jahren nicht nur Respekt und Zustimmung erhalten, sondern auch die Unterstützung von vielen heterosexuellen Menschen, die mit ihrem Fanclubbeitritt ein Zeichen setzen wollten." Seit Oktober 2008 steht Friedrich dem Fanclub als Vorsitzender vor, Gründungsmitglied Markus Solander hatte damals nicht mehr für das Amt kandidiert. 

Einmalig und ehrgeizig - die Stuttgarter Junxx


Was genau machen die Stuttgarter Junxx?

"Unser Ziel ist es zu zeigen, dass sich Homosexualität und Fußball nicht ausschließen", sagt Mark Friedrich. Und seine Pläne gehen sogar noch weiter: "Wir wollen präsent sein in der Öffentlichkeit und streben ein Klima an, in dem es eines Tages möglich sein wird, dass auch ein schwuler Profifußballer sagen kann: 'Ich bin schwul und das ist auch gut so!'"

Mit der Unterstützung des VfB war es den Stuttgarter Junxx, die als homosexueller VfB-Fanclub bislang einmalig sind, bereits möglich, einen Abend gegen Homophobie im VIP-Bereich der Mercedes-Benz-Arena durchzuführen. Vertreter von Deutschem Fußball-Bund (DFB), Deutscher Fußball-Liga (DFL) und einiger Bundesligisten sowie Fans und Medienvertreter konnten sich über die Problematik Homophobie austauschen und über Maßnahmen zu ihrer Überwindung diskutieren. Friedrich: "Wir sind stolz darauf, dass uns seitens des VfB so viel Unterstützung entgegengebracht wird."

Freuen würden sich die Junxx um Mark Friedrich zudem, "wenn schwul-lesbische VfB-Fans sich uns anschließen würden, anstatt einen eigenen Fanclub zu gründen. Denn nur wenn wir ein großer und starker Fanclub sind, können wir mit unserem Anliegen auch durchdringen."

Den Junxx gehören auch einige prominentere Mitglieder an: beispielsweise die baden-württembergische Landtags-Vizepräsidentin Brigitte Lösch (Grüne), die Stuttgarter Bundestagsabgeordneten Ute Kumpf (SPD) und Stefan Kaufmann (CDU) sowie Stadtratsfraktionsvorsitzender Alexander Kotz (CDU).

Einmalig und ehrgeizig - die Stuttgarter Junxx


Die sportliche Sicht der Junxx

Die vergangene VfB-Saison hat auch den Stuttgarter Junxx deutlich gezeigt, wie schnell man in den Abstiegsstrudel geraten kann - "egal wie günstig oder teuer der Kader ist", so Friedrich: "Eine schlechte Vorbereitung, fehlende Fitness und hier und da mal entscheidende Benachteiligungen, schon findet man sich im Tabellenkeller wieder. Fußball ist eben nur bedingt planbar und wenn es dann an der einen oder anderen Stellschraube hakt, kommt man sehr schnell in ein negatives Fahrwasser, aus dem man nur mit Glück und Geschick wieder herauskommen kann."

Die Bundesliga-Spielzeit 2010/11 hat der VfB also mühsam überstanden, nun stellt sich nach vier Spieltagen aber die Frage, ob es für Cacau, Tasci und Co. erneut eine Zittersaison geben wird. "Nein, kein Abstiegskampf", sagt Mark Friedrich, "es könnte eine ruhige Saison im Mittelfeld werden und das fänd ich auch okay." Eine Partie, bei der die Junxx das Gefühl haben, der VfB hat alles gegeben und verliert mit Anstand, sehen sie lieber als ein paar Grottenkicks mit zusammengestocherten Siegen.

"Mein Anspruch ist es nicht, dass der VfB ständig um Titel oder internationale Plätze mitspielt", so Friedrich. "Ich finde einen Titel pro Jahrzehnt viel eindrucksvoller und schöner. Und er bleibt nachhaltiger in Erinnerung. Ansonsten könnte ich ja gleich Kunde des Vereins südlich von Stuttgart werden ..."

Der VfB kann froh sein, dass er die Stuttgarter Junxx uns hat, weil ...

"... wir in guten wie in schlechten Zeiten zum Verein halten", sagt Mark Friedrich. Denn: "Einmal VfB - immer VfB!"

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