Torschütze und Torvorbereiter: Emiliano Insua im Spiel des VfB Stuttgart beim SC Freiburg. Foto: Getty

Im Spiel beim SC Freiburg hat der VfB Stuttgart erst in der zweiten Halbzeit überzeugt, und trauerte am Ende dennoch einem möglichen Sieg hinterher. Weil die Steigerung Gründe hatte, wie unsere Analyse zeigt.

Freiburg - Nach zuvor drei Niederlagen in Folge – eine im DFB-Pokal, zwei in der Bundesliga – hat der VfB Stuttgart beim SC Freiburg den ersten Punkt dieser Saison geholt – und endlich getroffen. Drei Tore geschossen, aber auch drei bekommen – so lautet die Bilanz des Sonntagabends. Entsprechend zweischneidig fällt unsere Analyse aus.

Spielidee: Wer vor der Partie des VfB Stuttgart beim SC Freiburg die Aufstellungen betrachtete, kam unausweigerlich zu dem Schluss: Das ist die Stuttgarter Sicherheitsvariante. Viel Routine, keine schnellen Offensivkräfte auf den Außenpositionen, dafür dann viele lange Bälle auf die zwei Spitzen (Mario Gomez und Nicolas Gonzalez). Nach der schnellen Freiburger Führung führte dieser Plan erst recht nicht zum Erfolg, erst nachdem Korkut offensiv gewechselt hatte (Chadrac Akolo für Gonzalo Castro) kam mehr Schwung ins Angriffsspiel des VfB. Nach dem 3:2 stellte Korkut auf eine Fünfer-Abwehr um, nach dem 3:3 wieder auf eine Viererkette, um in Anastasios Donis noch einen Stürmer bringen zu können. „Wir wollten das Spiel gewinnen“, sagte der Coach.

3:3 in Freiburg: Die Noten für die Roten

Spielentscheidend: Dass der VfB mit einem 1:1 in die Pause konnte, war nicht nur durch eigenes Zutun erreicht worden. „Wir hatten auch Glück, dass wir nicht das zweite Gegentor bekommen haben“, gab Trainer Tayfun Korkut zu. Der Schuss ins Glück von Emiliano Insua war dann der Knotenlöser im Spiel des VfB. Dazu wechselte Korkut zur zweiten Hälfte offensiv – die Folgen: mehr Tempo, mehr Unordnung beim Gegner, durch das 1:1 mehr Selbstvertrauen. So hätte es am Ende sogar fast zum Sieg gereicht.

Spielentscheider: Zwöftes Tor im zwölften Bundesligaspiel gegen den SC Freiburg – keine Frage: Mario Gomez war im Schwarzwaldstadion mal wieder der Mann des Abends aufseiten des VfB. Für alle, die Emiliano Insua vergessen hatten. Denn der Argentinier hatte nicht nur das wichtige 1:1 erzielt, sondern war auch an beiden Gomez-Toren beteiligt. Einmal nutzte er den Umweg über Nicolas Gonzalez, einmal fand seine Flanke direkt den Torjäger.

Wortspiel: „Ich habe gedacht, wir sind in einem schlechten Film“, sagte Michael Reschke mit Blick auf die durch Verkehrsbehinderungen verspätete Ankunft des VfB im Schwarzwaldstadion – und ergänzte: „Nach der ersten Minute dachte ich das wieder.“ Da lagen die Schützlinge des Stuttgarter Sportvorstandes bereits mit 0:1 in Rückstand. Immerhin: Nach einer schwachen ersten Hälfte drehte der VfB noch auf und holte einen Punkt – weshalb Reschke zwar dem möglichen Sieg hinterhertrauerte, aber auch meinte: „Wir nehmen Positives mit.“

Spielplan: Der erste Punkt ist geholt, die ersten Tore sind erzielt, nun soll der erste Sieg folgen. Am Freitag (20.30 Uhr) trifft der VfB zu Hause auf Aufsteiger Fortuna Düsseldorf – und Michael Reschke ahnt: „Die werden Beton anrühren.“ Dennoch gibt es für ihn keine Diskussionen über das Ziel in diesem Spiel: „Wir müssen gewinnen.“

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