Pellegrino Matarazzo holt mit dem VfB in der Liga bisher 13 von 15 möglichen Punkten. Foto: Baumann

Der VfB holt beim 2:0 gegen Regensburg den vierten Sieg im fünften Ligapiel unter Pellegrino Matarazzo. Dabei ist die Handschrift des neuen Trainers immer deutlicher zu erkennen.

Stuttgart - Bei milden Temperaturen um die 14 Grad feiert der VfB gegen den SSV Jahn Regensburg in Liga zwei ein vorgezogenes Frühlingserwachen. Nach Schlusspfiff des Schiedsrichters Harm Osmers ließ sich die Stuttgarter Elf vor 46 900 Fans im Stadion von ihren Fans vor der Cannstatter Kurve ausgiebig feiern. Denn die Weiß-Roten sind unter dem Trainer Pellegrino Matarazzo in die Erfolgsspur eingebogen. Das 2:0 (0:0) gegen den Jahn war bereits der sechste Heimsieg der Stuttgarter in Serie.

„Wir haben uns gegen einen guten Gegner in die Partie hinein gearbeitet. Der Doppelschlag hat uns dann auf die Siegerstraße gebracht“, sagte Matarazzo, der seine persönliche Ligabilanz nach fünf Partien auf 13 von 15 möglichen Punkten geschraubt hat. Lediglich beim 1:1 auf St. Pauli gelang kein Sieg. Weil der Hamburger SV am Millerntor zeitgleich mit 0:2 verlor, rückt der VfB auf Tabellenplatz zwei vor.

Spielidee Lediglich auf einer Position baute Matarazzo sein Team im Vergleich zum 1:0-Auswärtssieg beim VfL Bochum um. Hamadi Al Ghaddioui ersetzte im Sturmzentrum Mario Gomez. Ein Schachzug, der sich auszahlte, denn Al Ghaddioui machte nach leichten Startschwierigkeiten eine gute Partie, diente immer wieder als Anspielstation.

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Taktisch beließ es der VfB-Cheftrainer bei dem System mit Dreier-Abwehrkette, einer Doppelsechs und den beiden schnellen Außenbahnspielern Silas Wamangituka und Roberto Massimo. Insgesamt ging der Plan auf. Durch Daniel Didavi (58.) und Gonzalo Castro (59.) fielen beide Tore nach rund einer Stunde. So brachte es der VfB unter dem Strich zu einem verdienten Sieg. „Wir waren heute nicht über 90 Minuten souverän, sondern haben auch etwas zugelassen“, sagte der Torwart Gregor Kobel, der einige starke Paraden zeigte: „Aber unter dem Strich war es ein klarer Sieg.“

Spielentscheidend Der VfB ließ sich nicht aus der Ruhe bringen – und verfolgte zielstrebig seinen Plan. Auch als das frühe 1:0 durch einen technisch anspruchsvollen Fernschuss von Orel Mangala zu Recht wieder aberkannt wurde, weil zuvor Atakan Karazor im Anschluss an einen Eckball seinen Gegenspieler Max Besuschkow umgerissen hatte, verunsicherte dies die Stuttgarter nicht.

So erspielte sich der Erstliga-Absteiger in der heimischen Arena nach und nach ein spielerisches Übergewicht – und erzielte die Tore zur rechten Zeit. Zudem stand hinten wieder die Null. Überhaupt hat der VfB unter Matarazzo in der Liga erst ein Gegentor bekommen. „Ich bin sehr zu zufrieden, wie sich alles weiter entwickelt“, sagte der VfB-Trainer, dessen Handschrift immer besser zu erkennen ist: „Gegen Aue war es noch ein bisschen ein schmutziger Sieg. Diesmal lief vieles abgestimmter. Zudem hatten wir heute einen starken Torwart.“

Spielentscheider 58 Minuten waren gespielt, als Daniel Didavi seinen großen Auftritt hatte. Wataru Endo war zuvor rund 20 Meter vor dem Regensburger Tor in zentraler Position gefoult worden. Didavi zirkelte den folgenden Freistoß mit links gekonnt über die Regensburger Mauer. Gegen seinen Schuss ins linke Toreck hatte auch Alexander Meyer im Kasten des SSV Jahn keine Chance.

Der VfB ließ nun nichts anbrennen, legte gleich nach. Lediglich eine Minute später setzte sich Wamangituka auf dem linken Flügel durch. Gonzalo Castro traf mit einem Rechtsschuss zum 2:0. Der VfB hatte sich anders als so häufig in der Vorrunde für seine Dominanz belohnt.

Wortspiel „Wenn Dida so spielt wie heute, dann ist er aus unserer Mannschaft nicht wegzudenken“, sagte Pellegrino Matarazzo über seinen Regisseur Daniel Didavi.

Spielplan Am nächsten Samstag (13 Uhr) tritt der VfB nun beim aktuellen Sechsten, der SpVgg Greuther Fürth an. Dann wollen die Spieler von Pellegrino Matarazzo ihren aktuellen Lauf fortsetzen – auch wenn der Sportdirektor Sven Mislintat sagt: „Da geht es wieder von vorne los.“

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