Beim Bundeskongress in Berlin waren kürzlich auch Vertreter vom Cannstatter Haus der Familie dabei. In der Mitte steht Bundesministerin Franziska Giffey. Foto: Birgit Zellentin (z)

Eine Vertreterin des Cannstatter Hauses der Familie war kürzlich in Berlin bei einem Bundeskrongress vom Sozialministerium eingeladen und berichteten von einem Modellprojekt zur Begleitung von zugewanderten Eltern.

Bad Cannstatt - Wenn Eltern nach Deutschland einwandern, brauchen sie oftmals Rat und Hilfe für ihre Kinder. Im Haus der Familie gibt es hierzu ein Modellprojekt. Eine Vertreterin des Cannstatter Hauses der Familie war kürzlich in Berlin bei einem Bundeskongress vom Sozialministerium eingeladen, wie Sabine Antesz vom Haus der Familie berichtet.

Anne Ruckhaberle, die Koordinatorin des Projekts Elternbegleitung für neu hinzugewanderte Familien, wurde auf den Bundeskongress in Berlin zu einer Podiumsdiskussion mit der Sozialministerin eingeladen. „Von 50 Modellstandorten in Deutschland wurden wir ausgewählt, um die Praxis zu vertreten“, erklärt Antesz.

Nähtreff und Frauenparty

Sie freut sich, dass das Projekt des Hauses der Familie „Elternbegleitung für neu zugewanderte Familien in Bad Cannstatt“, welches im Rahmen des Bundesmodellprogramms „Starke Netzwerke Elternbegleitung für geflüchtete Familien“ des Bundesministeriums für Familien, Frauen, Senioren und Jugend (BMFSFJ) seit 2017 vom Haus der Familie gemeinsam mit verschiedenen Partnern im Stadtteil ungesetzt wird, auf dem dritten Bundeskongress Elternbegleitung in Berlin präsentiert werden durfte. Bei einer gemeinsamen Podiumsdiskussion hatte die Projektkoordinatorin Anne Ruckhaberle die Möglichkeit, ihre Wünsche für eine gute Umsetzung des Projekts vor Ort zu äußern, berichtet Antesz. Das Haus der Familie arbeitet für das Projekt eng mit der Martin-Luther-Schule und der Schillerschule, einigen Kitas und Flüchtlingsunterkünften im Stadtteil, dem Jugendhaus Cann sowie mit dem Beratungszentrum Jugend und Familie in Bad Cannstatt zusammen.

Es werden dabei viele niedrigschwellige offene Angebote umgesetzt vom Internationalen Frauen-/Männertreff über Hausaufgabenbetreuung, Arabisch-Unterricht für Kinder, Nähtreff, bis hin zur Frauenparty. „Die Angebote werden sehr gut angenommen“, so Antesz.

Hilfe bei der Suche nach Kita-Plätzen

Schwerpunkt ist aber die individuelle Begleitung von Familien zu Elternabenden, Terminen bei Ämtern und um beispielsweise passende Freizeitangebote für die Kinder zu finden. „Elternbegleiter helfen konkret bei der Suche nach Kitaplätzen oder beim Beantragen von Bildungs- und Teilhabeleistungen“, so Antesz. Dieser Service werde von vielen neu zugewanderten Familien angenommen. Ab Anfang 2019 wird es eine betreute Spielgruppe in einer der Flüchtlingsunterkünfte geben, um den vielen geflüchteten Kindern, die nach wie vor keinen Kitaplatz haben, eine Vorbereitung auf den Kindergartenalltag zu ermöglichen, kündigt Antesz an. Das Projekt läuft noch bis Ende 2020.

Netzwerk mit wichtigen Partnern

Mit dem Modellprogramm „Starke Netzwerke Elternbegleitung für geflüchtete Familien“ fördert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend von 2017 bis 2020 die Weiterentwicklung flüchtlingsbezogener Elternbegleitung. Ziel ist es, Netzwerke von Elternbegleiterinnen und Elternbegleitern verschiedener Träger und Flüchtlingsfamilien zu stärken. Elternbegleitung soll dadurch nachhaltig im Sozialraum verankert werden. An bundesweit 50 Standorten unterstützen modellhaft lokale Elternbegleitungsnetzwerke zugewanderte Familien beim Ankommen und bei der Integration in der Kommune. Institutionen der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, in denen Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter tätig sind, bilden im Rahmen des Programms ein Netzwerk mit wichtigen Partnern im Sozialraum und entwickeln in Abstimmung mit dem zuständigen Jugendamt niedrigschwellige Beratungs- und Begleitungsangebote für geflüchtete Familien. Durch die Elternbegleitungsnetzwerke erhalten neu zugewanderte Familien vor Ort wirksame Unterstützung bei der Integration, insbesondere für die Bildungschancen ihrer Kinder.

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