Der neue Verteilerschlüssel beim TV-Geld birgt nicht die Revolution, die angesichts der sportlichen Langeweile im Bundesliga-Titelrennen der letzten Jahre angebracht wäre. „Es ist aber ein Schritt in die richtige Richtung“, findet unser Redakteur Heiko Hinrichsen.
Stuttgart - Die Schere zwischen Arm und Reich im deutschen Profifußball, sie wird auch künftig weiter auseinandergehen. Doch immerhin hat die Deutsche Fußball-Liga mit ihrem neuen Verteilerschlüssel beim TV-Geld die teils groteske Entwicklung zugunsten der Großclubs mit dem FC Bayern München an der Spitze ein wenig abgebremst.
Zuletzt hatte der Serienmeister aus München ja allein aus dem nationalen TV-Topf mehr als dreimal so viel Geld erhalten wie etwa der Aufsteiger Arminia Bielefeld. Diese grobe Ungleichverteilung, die letztlich bei acht deutschen Meisterschaften der Bayern in Serie vor allem sportliche Langeweile generierte, findet nun ein Ende. Dank des deutlich angehobenen, einheitlichen Sockelbetrages für jeden Club, der in der Summe künftig mindestens 50 Prozent der nationalen TV-Gelder ausmacht, wird es wieder etwas gerechter zugehen. Und das war auch höchste Zeit.
Mehr Solidarität für die Kleinen
Die nationale Opposition um den VfB-Vorstandschef Thomas Hitzlsperger, die in einem Positionspapier vorab mehr Solidarität mit Blick auf die Kleinen eingefordert hatte, darf mit dem neuen Status quo also einen Teilerfolg verbuchen. Mehr aber auch nicht. Denn eine Revolution mit dem Ziel, wieder mehr Spannung im Titelrennen zu erzeugen, sie sähe ganz anders aus. Doch für ein radikaleres Umdenken ist der Einfluss der Topclubs im deutschen Fußball einfach viel zu groß.