Sarah Wiener bei der Bambi-Verleihung in diesem Jahr in Berlin Foto: dpa

Der Autobauer kündigt den Gastronomiebetreiber der Sarah-Wiener-Gruppe im Mercedes Museum, weil die Mitarbeiter zu lang gearbeitet haben. Der frühere Restaurantleiter wird der neue Betreiber. Die Jobs der 40 Mitarbeiter dürften damit gesichert sein.

Stuttgart - In der Öffentlichkeit präsentiert sich Sarah Wiener gerne als Unternehmerin, die großen Wert auf Nachhaltigkeit legt. Im Jahr 2012 erhielt die österreichische Fernsehköchin zum Beispiel den „Deutschen Fairness Preis“. An der Spitze ihres Unternehmens, urteilte die Jury, sorge sie für eine „Praxis der umfassenden Fairness“.

Nicht so recht ins Bild allerdings passt, dass Daimler die Zusammenarbeit mit zwei Firmen der Sarah-Wiener-Gruppe zum 30. November beendet hat. Und zwar weil diese gegen soziale Grundsätze des Autobauers verstießen. Ein Daimler-Sprecher bestätigte das unserer Zeitung. Und damit einen Bericht des „Spiegel“, der zuvor vermeldet hatte, dass der Betreiber gegen die erlaubte Arbeitszeit verstoßen habe.

Mehr als zehn Stunden täglich gearbeitet

Die Mitarbeiter der Gastronomie im Stuttgarter Mercedes Museum in Stuttgart und die einer Gaststätte eines Kundencenters in Bremen sollen mehr als zehn Stunden täglich gearbeitet haben. Ein Kontrolleurs-Team hatte diese Missstände schon im Oktober aufgedeckt. Sie überprüften, ob Werkvertragsunternehmen soziale Standards einhalten. „Hintergrund sind die Grundsätze für alle Werkvertragsfirmen mit denen wir zusammenarbeiten“, erklärte ein Daimler-Sprecher. Diese regelten die Unterbringung der Mitarbeiter, tarifliche Standards und arbeitsrechtliche Grundsätze. „Das setzen wir rigoros durch. Daher haben wir uns von Sarah Wiener getrennt“, so der Sprecher. Stuttgart und Bremen seien ferner die einzigen Standorte, in denen Daimler mit der Sarah-Wiener-Gruppe gearbeitet habe.

Werkverträge waren in der Vergangenheit wiederholt in die Kritik geraten, weil Firmen mit ihnen den Tariflohn der Stammbelegschaft umschifften und immer mehr Dienstleistungen auslagerten. Daimler reagierte darauf, indem es im vergangenen Herbst soziale Standards für die Werkvertrags-Mitarbeiter auf dem Betriebsgelände als verpflichtend erklärte.

59 Mitarbeiter müsse nicht um Jobs bangen

Seitens des Managements der Sarah-Wiener-Gruppe heißt es, dass „insbesondere die Arbeitszeitverstöße“ korrigiert worden seien. Es habe die Leiter der Niederlassungen dazu aufgefordert die Arbeitszeiten von höchstens zehn Stunden einzuhalten.

„In Einzelgesprächen wurden die Mitarbeiter auf die Pflicht zur Einhaltung der maximalen Arbeitszeiten hingewiesen“, so ein Sprecherin. Die Kontrollen fielen künftig leichter, weil das Unternehmen Gastronomie nur noch in Berlin betreibe.

Die 59 Mitarbeiter der Stuttgarter Gastronomie immerhin müssen nicht um ihre Jobs bangen: Nach Informationen unserer Zeitung handelt es sich bei dem neuen Betreiber um den früheren Restaurantleiter. „Die Mitarbeiter wurden von dem neuen Betreiber übernommen“, heißt es seitens des Managements der Sarah-Wiener-Gruppe.

Die vorige SW Museumsgastronomie hatte das Restaurant seit dem Sommer 2011 betrieben. Sie bewirtete neben dem Restaurant auch die Cafébar und die Sommerlounge des Museums. Außerdem kümmerte sie sich um die Speisen und Getränke der rund 200 Veranstaltungen, die im Mercedes Museum im Jahr stattfinden.

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