Noch bis zum 12. Mai steht der Mercedes 190 E des früheren Oberbürgermeisters in der Sonderausstellung „Manfred Rommel“ im Stadtpalais. Foto: dpa

Wäre der Mercedes 190 E des früheren Stuttgarter Oberbürgermeisters Manfred Rommel, der nun unter den Hammer kommt, nicht ein schönes Ausstellungsstück? Was sagt das Mercedes-Benz-Museum zu dem Vorschlag?

Stuttgart - Ist er ein Fall fürs Museum? Nachdem diese Zeitung Mitte der Woche berichtete, dass der Mercedes 190 E des früheren Stuttgarter Oberbürgermeisters Manfred Rommel am 12. Mai beim Auktionshaus Eppli versteigert wird, meldeten sich Leser mit der Frage, ob das Auto nicht ein schönes Ausstellungsstück für das Mercedes-Benz- Museum wäre.

Eine Idee, die nicht von ungefähr kommt. Denn das Museum in Bad Cannstatt präsentiert unter den 1000 Fahrzeugen der Sammlung bereits Fahrzeuge von prominenten Persönlichkeiten. So gibt es in der Ausstellung etwa den Mercedes-Benz SLK 55 AMG des Nationalspielers Lukas Podolski zu sehen, den Mercedes-Benz 190 E 2.3 von Schauspieler Nicolas Cage oder das „Papamobil“, das 1980 für den Deutschlandbesuch von Papst Johannes Paul II. angefertigt wurde. Aber auch die Autos von Politikern sind darunter, etwa das letzte Dienstfahrzeug des ersten deutschen Bundeskanzlers Konrad Adenauer, ein Mercedes-Benz 300.

Museum: keine Aussage, ob man mitsteigert, um den Verlauf der Auktion nicht zu beeinflussen

Reiht sich da nun bald Rommels Privatwagen ein? „Der Mercedes 190 E von Manfred Rommel hat eine interessante Geschichte, allein schon durch seinen Besitzer“, bestätigt Jürgen Wittmann, Leiter der Sammlung des Mercedes-Benz-Museums auf Anfrage. „Bisher ist er uns jedoch nicht zum Kauf angeboten worden.“ Und das, obschon das Mercedes-Benz-Museum im Zuge der Vorbereitungen der Sonderausstellung über Manfred Rommel mit dem Stadtpalais bereits in Kontakt gestanden habe. Dort ist der Mercedes derzeit zu sehen.

Von der Auktion habe das Museum „gerade erst aus den Medien erfahren“. Eine Aussage darüber, ob man mitsteigern werde, „können wir zu diesem Zeitpunkt nicht machen, um den Verlauf der Auktion nicht zu beeinflussen“. Wie auch immer die Antwort des Museums ausfallen werde, beeinflusse dies den Marktwert des Fahrzeugs.

Ziel der Fahrzeugsammlung ist es, die Produktgeschichte zu dokumentieren

Doch welche Fahrzeuge schaffen es überhaupt in die Sammlung? „Das Ziel unserer Fahrzeugsammlung ist es, unsere Produktgeschichte anhand ausgewählter Artefakte zu dokumentieren“, sagt Wittmann. Neben der Bedeutung eines Fahrzeuges für die Geschichte der Mobilität und der Automobilentwicklung kämen weitere Kriterien wie sportliche Erfolge oder die kultur- sowie zeitgeschichtliche und die technologische sowie gestalterische Bedeutung bei der Auswahl der Fahrzeuge zum Tragen.

Das Auto von Manfred Rommel war ein einfacher Mercedes 190 E – schließlich war Rommel nicht nur ein Mann von Welt, sondern auch ein sparsamer Schwabe. Überhaupt konnte sich der frühere OB erst nach Überzeugungsarbeit des damaligen Daimler-Vorstands Werner Niefer zu diesem Fahrzeug durchringen. Von 1982 an habe Rommel die Limousine als Privatwagen genutzt. Aus technischer Sicht dürfte das Fahrzeug dennoch interessant sein: Daimler lieferte Rommel einen der ersten Wagen der damals neuen Baureihe W 201.

Der Erlös soll gespendet werden

Zum Ende der Ausstellung im Stadtpalais (12. Mai) will das Auktionshaus Eppli das Auto versteigern. Der Wagen mit elektrischem Schiebedach, Automatikgetriebe, Tempomat und Scheinwerfer-Wischanlage ist fahrtüchtig. Der Erlös soll auf Wunsch der Familie Rommel gespendet werden, unter anderem an eine Parkinson-Stiftung.

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