Auch die Leiter und das Schild mit der Wassertiefe werden versteigert. Foto: Edgar Layher

Das Bädle in Burgstetten-Erbstetten wird fast komplett neu gebaut. Viele alte Gerätschaften fliegen raus, etwa die Leitern und Schilder. Eine große Versteigerungsaktion beginnt am Sonntag gegen 15 Uhr.

Burgstetten - Am Sonntag ist es soweit. Der 8. September ist der allerletzte Tag des alten Freibädles in Erbstetten. Am Nachmittag fliegen viele der alten Gerätschaften raus, die große Versteigerung beginnt gegen 15 Uhr. Das halbe Freibad kommt unter den Hammer. Angeboten wird fast alles, was nicht niet- und nagelfest ist – und noch ein klein bisschen mehr. Zum Beispiel die Startblöcke, die Einstiegsleitern des Beckens und die ebenfalls fest verbauten Duschbögen.

Die Badegäste, die an diesem speziellen Tag – Eröffnung 10 Uhr – keinen Eintritt bezahlen müssen, können sämtliche Schilder ergattern, etwa jenes, das am Beckenrand seit Jahrzehnten warnt: „Seitliches Einspringen verboten“. Im Angebot sind sogar die Pissoirs der Herrentoiletten und ein Waschbecken samt Wasserhahn, ein Warmwasserspeicher und der Stöpsel des Duschbeckens, mehrere Lautsprecher sowie die Lautsprecheranlage, ein fest montierbarer Klappstuhl und mehrere Spinde, Stühle, eine Liege und vieles vieles mehr.

Vorständin mit Tränen in den Augen

Silke Schmidt sagt, sie habe Tränen in den Augen. Denn das alte Freibad sei für sie die zweite Heimat. Die 52-Jährige ist Vorständin im Freibad-Förderverein und in dem Bädle quasi aufgewachsen. Und am Sonntagabend wird dieses Freibad halt für immer geschlossen.

Bereits am Montag sollen die Bauarbeiter anrücken. Die Kommunalpolitiker der 3700-Seelen-Gemeinde Burgstetten, zu der Erbstetten gehört, haben nämlich beschlossen, dass das marode Freibad nahezu komplett neu gebaut werden soll. Die aufwendigen Arbeiten werde rund 2,4 Millionen Euro kosten, erklärt die Bürgermeisterin Irmtraud Wiedersatz.

Das Land hat einen Zuschuss in Höhe von einer halben Million Euro zugesagt. Der Förderverein hat mit vielen Aktionen bis dato rund 216 000 Euro eingesammelt, etwa mit zwei Benefiz-Winterschwimmen. Die Versteigerungsaktion am Sonntag soll nach den Vorstellungen der Schultheißin und des Fördervereines eine weitere schöne Summe beisteuern. Die Kommune verfüge zwar über Rücklagen in Höhe von rund 800 000 Euro, sagt die Bürgermeisterin, der gesamte Betrag könne freilich nicht für das Bädle verwendet werden. Es sei zwingend erforderlich auch neue Kredite aufzunehmen. Der Kommune komme zupass, dass andere Darlehen demnächst auslaufen. Die Belastungen für Zins und Tilgung würden in toto nicht steigen.

Neueröffnung für Ende Mai 2020 geplant

Der Zeitplan für den Neubau ist ehrgeizig. Wenn der Winter nicht zu streng werde, sagt die Rathauschefin, dann könnte das neue Freibad Ende Mai 2020 öffnen. Geplant ist unter anderem der Einbau eines Edelstahlbeckens. Die marode Solaranlage, die in dieser Saison gar nicht mehr eingesetzt werden konnte, wird erneuert. Vorgesehen ist auch ein neues Sanitär- und Duschgebäude. Das Kinderbecken werde komplett umgestaltet, mit neuer Rutsche und mit Wasserspielen.

Einige Bürger haben sich längst ausgesucht, welches Objekt sie ersteigern wollen. Die Bädlesvereins-Vorständin Anja Geldner zum Beispiel sagt, sie werde vermutlich bei einem der Startblöcke mitbieten – weil ihr Mann sich einen wünsche.

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