Kater Struppi bei seiner Rückkehr, an der Wange ist die rasierte Stelle zu sehen. Foto: z

Derzeit scheinen auffällig viele Katzen in Filderstadt vermisst zu werden. Im Fall von Struppi kam der Kater zwar wieder zurück, war allerdings verletzt. Was hat es damit auf sich? Und was sagt die Polizei dazu?

Filderstadt - Unsere Katze ist verschwunden“, „Katze nicht nach Hause gekommen“ – solche Nachrichten häufen sich gerade in den sozialen Medien. In Filderstadt und Umgebung scheinen überproportional viele Katzen vermisst zu werden. Die Vermisstenmeldungen auf Facebook werden oft mit „das passiert gerade so häufig“ kommentiert, einige spekulieren auf Katzenfänger oder Tierquäler. Auch in Julia Fasniks Facebookgruppe „Filderpfötchen“, in der sich Katzenbesitzer auf den Fildern untereinander austauschen, werden derzeit viele vermisste Katzen gepostet. „Es ist auffällig, wie viele Katzen gerade verschwunden sind“, sagt Fasnik, „weil es sich meiner Beobachtung nach auch nicht um Katzen handelt, die erst kurz bei ihrem Besitzer waren.“ Natürlich könne es sein, dass einige überfahren werden, oder irgendwann wieder auftauchen. „Aber so viele auf einmal?“, wundert sie sich.

Struppi kam verletzt und rasiert zurück

Eine von den verschwundenen Katzen ist Struppi, der Kater von Jacqueline Meier. „Struppi ist zwar manchmal zwei, drei Tage weggeblieben, aber nie länger“, berichtet die 19-Jährige, die in Harthausen lebt. Anfang Juni war der Kater plötzlich weg. „Nach vier Tagen habe ich angefangen, mir Sorgen zu machen und ihn gesucht“, so Meier. Nach über einer Woche war der Kater wieder da: abgemagert, dehydriert, verletzt. Jacqueline Meier ist sich sicher: „Da waren Katzenfänger am Werk, die irgend welche Experimente mit Struppi gemacht haben.“ Die Wunde habe eine merkwürdige Wölbung gehabt, drumherum sowie an einer weiteren Stelle sei das Fell sauber ausrasiert gewesen: „So sauber reißt doch kein Tier, das sagte auch der Tierarzt.“

Für Struppis Besitzerin ist es ein harter Schlag

Dort hat sie den Kater versorgen lassen, und einen Bluttest machen lassen, der Spuren von Medikamenten ergeben hat. „Von mir hat er aber gar keine bekommen“, sagt Meier. Trotz medizinischer Versorgung und Meiers Fürsorge zu Hause hat Struppi es nicht geschafft: „Er hat sich nicht mehr erholt, hat nichts mehr gegessen, nichts mehr getrunken, konnte nicht mehr laufen“, erzählt Jacqueline Meier. „Ich wollte ihn nicht länger leiden lassen.“ Struppi ist vom Tierarzt eingeschläfert worden. Für Meier war das ein harter Schlag. „Struppi und ich sind zusammen aufgewachsen, wir haben jeden Lebensabschnitt miteinander erlebt“, sagt sie. „Er war zwar schon 20 Jahre alt, aber vorher gesund und fit.“ Sie betont: „Ich möchte, dass viele andere Katzenbesitzer das mitbekommen und gut auf ihre Vierbeiner aufpassen. Keiner anderen Katze soll dasselbe passieren.“

Mittlerweile geht ein zweiter Fall durch die sozialen Netzwerke: In Plattenhardt ist eine Tigerkatze verschwunden und mit schweren Misshandlungen wieder aufgetaucht.

Beim Polizeipräsidium Reutlingen, zuständig für Filderstadt, ist nichts bekannt zu eventuellen Katzenfängern oder Tierquälern. Die Polizei rät aber, in solchen Fällen Anzeige zu erstatten: „Wenn klar ist, dass es sich um eine Misshandlung handelt, ist das ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz“, erklärt Sprecherin Andrea Kopp. Die Ermittlungen seien schwierig: „Wir können das Opfer nicht befragen, und die Misshandlung zeitlich und örtlich zuzuordnen, ist fast unmöglich.“ Trotzdem ergeben sich oft Zusammenhänge, gerade wenn mehrere Fälle angezeigt werden: „Dann stimmen etwa Details überein, oder jemandem ist etwas aufgefallen.“

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