Plastikmüll im Meer wird zu einem immer größeren Problem. Foto: dpa

Die Vermüllung der Ozeane ist ein globales Problem und muss global gelöst werden, kommentiert StZ-Redakteur Werner Ludwig.

Stuttgart - Der diesjährige Welttag der Meerefällt in eine denkbar schwierige Zeit. Denn genauso wie der Klimaschutz erfordert der Erhalt des Ökosystems Ozean eine enge internationale Zusammenarbeit. Doch nicht nur in den USA wird die Politik von einer zunehmend nationalen Weltsicht dominiert – die dem Gedanken des globalen Umweltschutzes zuwiderläuft. Dabei betreffen die gewaltigen Umwälzungen in den marinen Ökosystemen, die zudem vielfach mit dem Klimawandel verknüpft sind, die ganze Menschheit – etwa mit Blick auf die Ernährung der weiter wachsenden Weltbevölkerung. Versorgungs- oder Umweltprobleme in gefährdeten Regionen könnten eine noch stärkere Migration in Richtung der reichen Staaten auslösen als Kriege und Verfolgung.

Die nachhaltige Nutzung der Meere hat ein ähnliches Grundproblem wie der Klimaschutz: Die meisten Menschen bekommen die Folgen umweltschädlichen Verhaltens allenfalls indirekt oder stark verzögert zu spüren. Umso wichtiger sind Wissenschaftler, die auf Risiken hinweisen – und Politiker, die sie ernst nehmen und entsprechende Rahmenbedingungen setzen. Dass das klappen kann, belegt die Ozonschicht, die sich nach dem globalen FCKW-Verbot wieder erholt. Ebenso ließe sich auch die Plastik-Sintflut stoppen, die die Meere bedroht – aber nur, wenn alle mitziehen.

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