Bis zu 100 Teilnehmer haben sich auf dem Kleinen Schlossplatz versammelt. Foto: Jürgen Bock

Anlässlich des Spiels VfB Stuttgart gegen Maccabi Tel Aviv ist ein Großaufgebot der Polizei im Einsatz. Auch, um eine pro-israelische Versammlung zu schützen.

Der Kleine Schlossplatz in Stuttgart ähnelt am Donnerstagnachmittag einer Hochsicherheitszone. An allen Zugängen haben sich Polizeikräfte positioniert, ein Anti-Konflikt-Team ist vor Ort, überall parken Einsatzfahrzeuge. Der Grund: Inmitten der ganzen Aufregung um das heikle Europapokalspiel zwischen dem VfB Stuttgart und Maccabi Tel Aviv gilt es, eine Versammlung zu schützen.

 

Bis zu hundert Menschen haben sich von 14.30 Uhr an nach und nach eingefunden – mit zahlreichen israelischen Fahnen. Auf einem großen Transparent steht: „Maccabi Tel Aviv welcome in Stuttgart“. Organisiert hat die Versammlung die Deutsch-Israelische Gesellschaft Region Stuttgart (DIG). Ohne festes Programm, einfach, um Präsenz zu zeigen.

„Es gibt viel Aufruhr um dieses Fußballspiel, und das nur, weil Maccabi aus Israel kommt“, sagt Bärbel Illi von der DIG. Der Antisemitismus grassiere überall. „Deshalb wollen wir Fans und Spieler von Maccabi freundlich begrüßen und zeigen, dass es hier auch Menschen gibt, die Israel gut finden“, sagt sie. Angst habe man nicht: „Wir fühlen uns bestens beschützt.“ Das wird unterstrichen durch Lieder und Tänze.

Die Versammlung verläuft nach Angaben der Polizei zunächst völlig ungestört und friedlich. Mehrere Stunden wollen die Israelfreunde auf dem Kleinen Schlossplatz bleiben, haben sie sich vorgenommen. Zwar ohne das ganz große Publikum abseits der Menschenströme, aber symbolisch ein Zeichen setzend.