Die Zukunft des VfL-Post-Geländes ist in der Pliensauvorstadt sehr umstritten. Foto: Roberto Bulgrin

In der Esslinger Pliensauvorstadt gibt es viele Themen, die die Menschen bewegen. Die Einwohnerversammlung am 21. November gibt den Bürgerinnen und Bürgern Gelegenheit, sich aus erster Hand zu informieren und ihre Meinung zu sagen.

Bürgerbeteiligung hat in Esslingen eine lange Tradition: Bürgerausschüsse sollen das kommunale Leben in den Stadtteilen mitgestalten. „Die Themen und Schwerpunkte sind so vielfältig wie die Stadtteile selbst und betreffen alle Lebensbereiche – von kleinen Ärgernissen bis zu grundsätzlichen Fragen zur Zukunft eines Stadtteils“, heißt es im Rathaus. In der Einwohnerversammlung der Pliensauvorstadt haben die Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils am Donnerstag, 21. November, ab 19 Uhr im Saal der katholischen Kirchengemeinde St. Elisabeth (Häuserhaldenweg 38) Gelegenheit, sich aus erster Hand zu informieren, sich selbst auch zu Wort zu melden und einen neuen Bürgerausschuss zu wählen. An wichtigen und teils kontrovers diskutierten Themen fehlt es nicht.

 

Heiße Eisen werden angepackt

Die wesentlichsten Anliegen, die die Menschen in der Pliensauvorstadt bewegen, wird der Bürgerausschuss-Vorsitzende Andreas Jacobson in seinem Rechenschaftsbericht beleuchten. Die ehrenamtlichen Bürgervertreterinnen und -vertreter mussten in ihrer – coronabedingt verlängerten – Amtszeit zahlreiche heiße Eisen anpacken und haben sich durch ihre ebenso konstruktive wie konsequente Argumentation gerade auch bei schwierigen Themen große Anerkennung erworben. Nach Andreas Jacobsons Fazit wird OB Matthias Klopfer über die kommunalpolitische Lage berichten.

Fünf Themen stehen anschließend auf der Agenda – drei hat die Bürgerschaft online bestimmt: Ganz oben auf der Liste findet sich die geplante Bebauung des VfL-Post-Geländes, die im Stadtteil und weit darüber hinaus heftig umstritten ist, weil viele den Verlust von Bewegungsflächen, fehlendes Grün und negative Folgen für das Stadtklima befürchten. Weitere Themen sind die Anbindung des Rad- und Fußverkehrs an die Innenstadt und die Zukunft des Roser-Areals, das eine wesentliche Rolle bei der städtebaulichen Entwicklung der Pliensauvorstadt spielen soll, derzeit jedoch als Unterkunft für Geflüchtete genutzt wird. Hier fordern der Bürgerausschuss und mit ihm viele Bürgerinnen und Bürger schon länger eine klare Perspektive, wie es mit diesem zentralen Areal weitergehen soll. Der Bürgerausschuss selbst hat zwei weitere Themen auf die Tagesordnung gesetzt: Den geplanten Neubau der Pliensaubrücke, der die Anbindung des Stadtteils an die Innenstadt beeinflussen wird, und den aktuellen Stand des Stadtteilentwicklungskonzepts ISEK. Nach den jeweiligen Berichten können Fragen zu den einzelnen Themen gestellt werden.

Neuer Bürgerausschuss wird gewählt

Am Donnerstag wird auch feststehen, wer künftig dem Bürgerausschuss angehören wird. Vom 7. bis 17. November konnten die Pliensauvorstädter online ihre Vertreterinnen und Vertreter wählen. Außerdem kann vor der Einwohnerversammlung am 21. November von 18 bis 18.45 Uhr vor Ort gewählt werden. Als Nachweis der Wahlberechtigung muss ein gültiges Ausweisdokument vorgelegt werden. Mit dem amtierenden Bürgerausschuss wurde vereinbart, dass sich alle Bewerberinnen und Bewerber im neuen Bürgerausschuss engagieren können.