Diese rasende Bierkiste zog die Polizei im Oktober in Berglen aus dem Verkehr. Foto: Polizei

Aus den Polizeimeldungen stechen immer wieder besonders skurrile, lustige oder berührende Fälle hervor. Wir haben die ungewöhnlichsten aus dem Jahr 2018 zusammengetragen.

Rems-Murr-Kreis - Die Pressemitteilungen, die das Polizeipräsidium Aalen täglich mehrmals verschickt, geben in den allermeisten Fällen keinen Anlass zum Lachen. Doch aus dem Sammelsurium von Unfällen und Straftaten stechen immer wieder Meldungen hervor, die den Leser schmunzeln lassen oder ihn berühren. Wir haben die skurrilsten Polizeimeldungen des Jahres 2018 für Sie zusammengetragen.

Waschbär wird bundesweit bekannt

Etwa das Schicksal eines Waschbären in Rudersberg. Im April steckte er im Blitzableiter eines Hauses fest und hing hilflos über dem Dachgiebel – ein bisschen wie in einem mittelalterlichen Pranger. Neun Feuerwehrleute rückten an, um den pelzigen Räuber aus seiner misslichen Lage zu befreien. Als die Helfer sich anschickten, den Aufstieg anzutreten, sammelte der Waschbär offenbar all seine Kräfte – und konnte sich selbst befreien und die Flucht ergreifen. Sogar deutschlandweite Medien berichteten über den Fall aus dem Schwäbischen Wald.

Öffentlicher Sex erregt Aufsehen

Seine Triebe nicht mehr richtig im Griff hatte offenbar ein betrunkenes Pärchen in Schorndorf. Am 27. September bekamen ein 58 Jahre alter Mann und seine 37 Jahre alte Partnerin am frühen Nachmittag Lust aufeinander. Sie gaben ihrem natürlichen Drang nach und vergnügten sich – auf offener Straße, laut der Polizei sahen dabei auch Kinder zu. Weswegen die beiden Probleme bekamen: Die Kriminalpolizei nahm Ermittlungen wegen des Verdachts auf Kindesmissbrauch auf.

b>Rasende Bierkiste und Drogenpäckchen an die Polizei

Rätselhaftes Päckchen lässt mutmaßlichen Dealer auffliegen

Wenn ein Paket nicht seinen eigentlichen Empfänger erreicht, ist das eigentlich Grund zur Reklamation. Im Mai führte dies jedoch zur Lösung eines Kriminalfalls. In einem Polizeiposten in Neresheim (Ostalbkreis) wurde ein Päckchen abgegeben, das an einen Mann in Plüderhausen adressiert war. Der Inhalt: 245 Gramm Amphetamin. Die Polizei nahm dies zum Anlass für eine Hausdurchsuchung bei dem 42-Jährigen und fand ein weiteres Pfund Amphetamin, zehn Gramm Kokain, etwas Marihuana und Haschisch sowie 7000 Euro. Er hatte die Drogen über das Darknet bestellt und mutmaßlich damit gehandelt. Wie das Päckchen zur Polizei gelangte, ist unklar.

Polizei zieht rasende Bierkiste aus dem Verkehr

Eine andere Kiste sorgte Ende Oktober für bundesweite Schlagzeilen: In Berglen ging der Polizei ein ungewöhnliches Gefährt ins Netz. Ein 21 Jahre alter Mann fuhr dort mit einer umgebauten Bierkiste herum. Ähnliche Vehikel gibt es im Internet für rund 800 Euro zu kaufen – dieses hatte der Fahrer laut der Polizei aber selbst gebaut. Die vierrädrige Kiste, die von einem 10-PS-Motor auf eine Geschwindigkeit von bis zu 50 Stundenkilometer beschleunigt werden kann, ist allerdings für dem Straßenverkehr nicht zugelassen. Der 21-Jährige bekam eine Anzeige.

Mit dem Fahrrad auf Abwegen: Mann radelt nachts auf der Bundesstraße

Ein weiteres – zumindest für eine Bundesstraße – ungewöhnliches Vehikel hielt die Polizei Ende September auf der B 14 in Fellbach auf Trab: Autofahrer hatten einen Radfahrer gemeldet, der auf der Bundesstraße unterwegs war – und zwar am späten Abend und ohne Licht an seinem Rad. Die Polizei rückte aus und fand den Radler, dem die Situation inzwischen selbst nicht mehr geheuer war, auf dem Grünstreifen. Wie sich herausstellte, handelte es sich um einen 34 Jahre alten Geschäftsmann aus Indien, der die Gegend mit einem Mietfahrrad hatte erkunden wollen und dabei im übertragenen Sinne auf die falsche Bahn geraten war.

Granate auf dem Kindergeburtstag und stockbetrunkener Teenager

Handgranatenfund auf dem Kindergeburtstag

Nicht lustig, aber auf erschreckende Weise kurios war der Fund eines Kindes auf einer Geburtstagsparty in Waiblingen-Hegnach: Anfang August brachte ein junger Teilnehmer von einer Schnitzeljagd eine funktionsfähige Handgranate zum 46-jährigen Vater des Geburtstagskinds. Das Kind hatte statt eines Schatzes die Granate in einem Gebüsch gefunden. Der 46-Jährige warf das Kriegsgerät geistesgegenwärtig eine Böschung hinunter, Sprengstoff-Spezialisten des Landeskriminalamts kümmerten sich darum. Laut der Polizei steckte der Sicherungsstift der Granate noch in dem Sprengkörper. Eine Explosion war also unwahrscheinlich. Die Herkunft der Granate ist einem Sprecher zufolge bis heute nicht geklärt.

Betrunkener Teenager irrt durch Leutenbach-Nellmersbach

Eine andere Art von Party erlebte im Mai ein 15-Jähriger im Leutenbacher Wohnbezirk Nellmersbach. Ob er sie noch in Erinnerung hat, ist aber fraglich: Am frühen Morgen rief der Teenager bei der Rettungsleitstelle an und bat um Hilfe. Er hatte so viel Alkohol getrunken, dass er den Heimweg durch die 3300-Einwohner-Ortschaft nicht mehr fand. Polizeibeamte des Reviers Winnenden versuchten, die Eltern des Jungen zu erreichen. Als ihnen das nicht gelang, brachten sie den orientierungslosen Jugendlichen nach Hause.

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