Die Rettungsaktion wurde abgebrochen und wieder aufgenommen – zu recht? Foto: SDMG

Die Suche nach der vermissten 81-jährigten Frau in Gerlingen wurde abgebrochen und am Montag wieder aufgenommen. War das die richtige Entscheidung? Klaus Wagner zweifelt in seinem Kommentar.

Gerlingen - Mit jedem Tag wird die Hoffnung ein Stückchen kleiner. In Gerlingen fehlt von einer 81 Jahre alten Frau seit dem vergangenen Freitag jede Spur. Am Wochenende wurde mit dem Hubschrauber, Motorrädern und Streifenwagen nach Christa N. gesucht, wurden Verwandte, Freunde, Bekannte befragt. Ergebnis bis Montagfrüh: keine Spur. Dann alarmierte die Polizei mehrere Suchhundestaffeln, die ein großes Stück Wald durchkämmten – obwohl keiner weiß, wann die Gesuchte genau wohin ging.

Keiner weiß auch, ob Hubschrauber, Motorradstreifen und Suchhunde bisher in der richtigen Gegend gesucht haben. Denn es kann auch sein, dass Frau N. unbemerkt weggefahren ist. Suchen? Wenn ja, wo? In der Umgebung? Im dichten Wald? In den vielen hohen Maisfeldern? Nur in Gerlingen, warum nicht in Münchingen?

Alles gleichzeitig geht nicht, kann man argumentieren. Tatsache aber ist, dass ein Mensch im Unterholz auch vom Hubschrauber aus schwer sichtbar ist und eine alte Frau leicht stolpern und liegen bleiben kann. Nach drei Tagen ohne Versorgung wird es kritisch. Die Polizei sagt, sie habe die üblichen Maßnahmen ergriffen. Aber ist das genug? Warum ist die Suchaktion vom Montag nicht schon am Samstag, spätestens am Sonntag gestartet worden? Den Helfern und den Angehörigen der Vermissten wäre das sicher lieber gewesen.

Den Menschen ist das Schicksal der Vermissten jedenfalls nicht gleichgültig, das beweisen auch nach wie vor die Reaktionen in den sozialen Medien. Ein kleiner Trost.

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