Die Kripo Waiblingen hat eine Sonderkommission eingerichtet. Foto: Weingand/StZN

Die Polizei sucht nach einer 40 Jahre alten Frau. Ihr 30-jähriger Exfreund hat sich inzwischen im Landkreis Esslingen gestellt – ein Gewaltverbrechen ist nach wie vor nicht ausgeschlossen.

Remshalden - Im Fall der vermissten Frau aus Remshalden hat sich der Tatverdächtige der Polizei gestellt. Laut einem Sprecher meldete sich der 30-Jährige, der per Öffentlichkeitsfahndung gesucht worden war, am Mittwochmorgen auf einer Dienststelle im Landkreis Esslingen. Ob und was er dort ausgesagt hat, ist derzeit unklar.

Die Polizei geht davon aus, dass der 30-Jährige etwas mit dem Verschwinden seiner Expartnerin zu tun hat. Ob die 40-Jährige wohlauf ist oder ob ihr Ex-Freund ihr möglicherweise Gewalt angetan hat, ist derzeit unklar. Nach ihr wird nach wie vor fieberhaft gesucht – ebenso nach dem Wagen des Tatverdächtigen. Der Gesuchte hatte seinen Arbeitsplatz in der Nacht zum Dienstag, gegen 0.30 Uhr, mit diesem Fahrzeug fluchtartig verlassen.

Laut Informationen unserer Zeitung entging er damit nur knapp einer Befragung oder einer Festnahme durch eine Polizeistreife, die zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem Weg zu seiner Arbeitsstelle gewesen sein soll.

Parallelen zu einem weiteren Vermisstenfall im Rems-Murr-Kreis

Der Fall erinnert auf den ersten Blick an ein Verbrechen, das sich erst Anfang Juni im nahen Aspach (ebenfalls Rems-Murr-Kreis) zugetragen hat: Damals war eine 47 Jahre alte Frau, die in Aspach als Altenpflegerin arbeitete, von ihrer Arbeitsstelle verschwunden und in einem Wohnmobil nach Frankreich verschleppt worden. Eine Woche später wurde ihr Ex-Freund und ein Komplize von einer französischen Spezialeinheit festgenommen. Die beiden sollen das Opfer in einem Lager in einem Waldstück nördlich von Straßburg festgehalten haben.

Auch wenn die Fälle gewisse Gemeinsamkeiten aufweisen, gibt es auch Unterschiede: Im aktuellen Vermisstenfall hat sich die Polizei noch schneller an die Öffentlichkeit gewandt – und gleich geschrieben, ein „Gewaltdelikt sei nicht ausgeschlossen“. Schon jetzt hat die Kripo Waiblingen eine 40 Mitarbeiter starke Sonderkommission eingerichtet.

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