Die Polizei ermittelt im Vermisstenfall der 15-jährigen Rebecca weiter. Foto: dpa

Es ist der Horror für jede Familie. Eine Tochter ist plötzlich weg. Und wird bis heute nicht gefunden, trotz der Ermittlungen der Polizei. Für die Familie von Rebecca hält die Ungewissheit an.

Berlin  - Die 15-jährige Rebecca aus Berlin ist vor einem halben Jahr spurlos verschwunden, eine Lösung des Falls ist nicht in Sicht. Es gebe leider nichts Neues, sagte eine Sprecherin der Berliner Staatsanwaltschaft. Aber die Ermittlungen laufen natürlich weiter. Erst vor einigen Wochen hatte die Staatsanwaltschaft betont: „Es ist kein Cold Case, im Gegenteil“. Als Cold Case (wörtlich: kalter Fall) werden Fälle bezeichnet, die vorerst zu den Akten gelegt werden.

Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft gehen weiter davon aus, dass Rebecca nicht mehr lebt, sondern ermordet wurde. Die Schülerin war am 18. Februar zuletzt im Haus ihrer ältesten Schwester und ihres Schwagers. Die Polizei nimmt an, dass sie das Haus nicht lebend verließ. Der Verdacht fiel auf Rebeccas Schwager. Er war in Untersuchungshaft, kam aber wenig später mangels Beweisen wieder frei. Rebeccas Familie beteuerte seine Unschuld.

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Wochenlang hatte die Polizei aufwendig mehrere Wälder und Seen in Ost-Brandenburg nach Rebecca abgesucht. Nach mehreren Aufrufen waren mehr als 2000 Hinweise aus der Bevölkerung zu dem Fall eingegangen. Sie wurden abgearbeitet. Die Suche blieb aber ohne Ergebnis. Und ohne eine Leiche und weitere Spuren sind die Ermittlungen der Kripo zum Ablauf des Verbrechens und dem Täter besonders schwierig.

Weitere Fälle bereiten Berliner Polizei Kopfzerbrechen

Das zeigt auch der Prozess um die ebenfalls verschwundene Schülerin Georgine. Seit Ende Juli steht ein 44-jähriger Mann in Berlin vor Gericht. Er wird verdächtigt, die 14-jährige Georgine im September 2006 vergewaltigt und getötet zu haben. Ihre Leiche wurde aber nie gefunden. Der Verdächtige schweigt. Die Anklage basiert vor allem auf den Tonaufnahmen eines verdeckten Ermittlers der Kriminalpolizei, dem der Angeklagte von dem Mord berichtet haben soll. Der Verdächtige wusste damals nicht, dass die Polizei ihn im Visier hatte und soll sich mit dem Mord gebrüstet haben.

Auch ein anderer spektakulärer Mordfall, der sich im September jährt, bereitet der Berliner Polizei weiter Kopfzerbrechen. Der 36-jährige Nidal R., Intensivtäter aus einer arabischstämmigen Großfamilie, wurde am 9. September 2018 in einer belebten Gegend am Tempelhofer Feld erschossen. Nach Zeitungsberichten könnte es sich bei dem Mord um einen Racheakt gehandelt haben. Nidal R. soll zwei Tage zuvor bei einer großen Hochzeitsfeier einen anderen Mann beschimpft und zusammengeschlagen haben. Dessen Familie soll Rache geschworen haben.

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