Nach der Bluttat im Böblinger Süden: Polizisten sichern Beweismittel Foto: dpa

Für die Bluttat in einem Mehrfamilienhaus im Böblinger Süden gibt es offenbar kein wirkliches Motiv. Der 39-jährige Mieter, der am Mittwochmorgen im Murkenbachweg seinen 74-jährigen Vermieter mit mehreren Messerstichen tötete, dürfte wohl aufgrund einer psychischen Erkrankung gehandelt haben.

Böblingen - Ein Richter ordnete am Donnerstag die Unterbringung des tatverdächtigen in einer psychiatrischen Einrichtung an.

Der 39-Jährige war am Donnerstag von den Beamten der Mordkommission vernommen worden. Dabei räumte er erneut ein, den 74-Jährigen mit einem Messer getötet zu haben. Dabei ging es aber weder um einen Streit um die Miethöhe noch um eine Kündigung der Wohnung. „Seine Erklärungen ließen darauf schließen, dass hier womöglich psychische Auffälligkeiten eine Rolle spielen“, formuliert es Polizeisprecherin Tatjana Wimmer. Gegen den Mann wird wegen Totschlags ermittelt. Ob er überhaupt schuldfähig ist, soll mit Hilfe psychiatrischer Gutachter herausgefunden werden.

Nach bisherigen Erkenntnissen hatte sich der 74-jährige Vermieter am Mittwochmorgen in der Wohnung des 39-Jährigen aufgehalten, als dieser plötzlich zu einem Messer griff und mehrfach zustach. Das Opfer wurde immer wieder in den Oberkörper und im Kopfbereich getroffen und erlitt tödliche Verletzungen. Die Attacke war dabei so heftig, dass sich der Angreifer selbst Schnittverletzungen zuzog. „Es ist wohl keinesfalls so, dass er sich diese Verletzungen nach der Tat in suizidaler Absicht zufügte“, sagt Polizeisprecherin Wimmer.

Gegen 9.40 Uhr rief der 39-Jährige bei der Polizei an und berichtete von der Bluttat, die sich in einem Mehrfamilienhaus am Ende des Murkenbachwegs am Waldrand Richtung Schönaich abspielte. Anschließend ließ sich der Tatverdächtige widerstandslos im Treppenhaus festnehmen. Bereits im vergangenen Jahr hatte es in der Region mehrere Tötungsdelikte durch psychisch Kranke gegeben.

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