Etwa 55 Kilo Lebensmittel wirft jede und jeder Deutsche jährlich in die Tonne. Ein Großteil davon wäre vermeidbar. Foto: dpa

Mehr als 11 Millionen Tonnen Lebensmittel werden hierzulande jedes Jahr weggeworfen. Die Bundesregierung will solche Lebensmittelabfälle bis 2030 halbieren. Aber wie viel werfen die Deutschen eigentlich weg?

Stuttgart/Berlin - Jedes Jahr landen in Deutschland zwischen 11 und 18 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Ein großer Teil davon wäre aber vermeidbar, zeigte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mit einer Studie – vor allem in privaten Haushalten. Die sind hierzulande immerhin für geschätzte 61 Prozent aller Lebensmittelabfälle verantwortlich: Rund 55 Kilogramm wirft jede und jeder Deutsche jährlich weg.

Die Bundesregierung will das nun ändern – und die Menschen stärker für das Thema sensibilisieren. Ernährungsministerin Julia Klöckner hat eine Strategie erarbeitet, mit deren Hilfe die Lebensmittelabfälle im Einzelhandel und bei privaten Haushalten bis 2030 halbiert werden sollen. Vorgesehen ist demnach, dass Unternehmen, Verbände, Länder und Wissenschaft konkrete Maßnahmen erarbeiten sollen. Verbote wird es aber – zum Unmut vieler Kritiker – nicht geben: Es geht um Maßnahmen auf freiwilliger Basis.

Laut Studie wären 44 Prozent der Lebensmittelabfälle eigentlich vermeidbar

Solche Maßnahmen sollen nach dem Willen der Bundesregierung dazu beitragen, dass Lieferprozesse und Bestellmengen verbessert und etwa die Portionsgrößen in Kantinen angepasst werden. Über das Internet sollen vor allem Jugendliche und junge Familien stärker sensibilisiert werden. Bund und Länder sollen außerdem prüfen, ob es Hürden fürs Weitergeben unverkaufter Lebensmittel an gemeinnützige Organisationen gibt. Und auch die Entwicklung intelligenter Verpackungen wird gefördert.

Doch was werfen die Deutschen eigentlich alles weg – und was davon wäre vermeidbar? Laut GfK-Studie wären sogar 44 Prozent der Lebensmittelabfällen in privaten Haushalten prinzipiell vermeidbar. Unnötig in der Tonne landen relativ viel frisches Obst und Gemüse, Brot und gekochte Speisen. In jedem Produkt steckten jedoch Ressourcen, sagte Ernährungsministerin Klöckner vor wenigen Tagen: „Wasser, Energie, Rohstoffe, aber auch Arbeitskraft, Sorgfalt – und Herzblut.“

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