Vor der Winnender Kastenschule herrschte oft Verkehrschaos, wenn Eltern ihre Kinder zur Schule brachten. Jetzt soll ein neues Angebot mehr Sicherheit und weniger Stress bringen.
Dass Mamas und Papas ihre Schützlinge morgens in die Schule kutschieren, sorgt vielerorts für Unmut. Denn das Verkehrschaos, das dabei entstehen kann, birgt so manche Unfallgefahr. Auch an der Kastenschule in Winnenden (Rems-Murr-Kreis) war der Hol- und Bringverkehr lange ein Problem.
Mit Unterstützung des Allgemeinen Deutschen Automobilclubs (ADAC) Württemberg hat die Stadt nun eine neue Elternhaltestelle eingerichtet – in der Friedrichstraße, wenige Gehminuten von der Schule entfernt. Sie soll helfen, den Verkehr zu bündeln und die Sicherheit der Kinder zu erhöhen.
„Zum Schulbeginn treffen viele Eltern und Kinder gleichzeitig ein. Da waren wir dringend auf der Suche nach einer guten Lösung“, sagt der Winnender Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth. „Mit den Elternhaltestellen bündeln wir den Bring- und Holverkehr. Hier können Eltern ihre Kinder sicher absetzen.“
Unfälle auf dem Schulweg bleiben ein Thema
Nach Polizeiangaben wurden im vergangenen Jahr in Baden-Württemberg 35 Kinder und Jugendliche auf dem Schulweg schwer und 339 leicht verletzt. Eine häufige Ursache sind Elterntaxis, die mit spontanen Wendemanövern oder Halten in zweiter Reihe gefährliche Situationen heraufbeschwören.
Mit der neuen Haltestelle sollen diese Konflikte entschärft werden. Die Kinder legen die letzten Meter zu Fuß zurück – ein kurzer Weg, der laut Verkehrsexperten ihre Selbstständigkeit stärkt und sie gleichzeitig an den sicheren Umgang im Straßenverkehr heranführt.
ADAC unterstützt mit Schildern und Konzept
„Ein Fußweg zur Schule hilft Kindern, früh und altersgerecht am Straßenverkehr teilzunehmen“, sagt Carl-Eugen Metz, Vorstand Verkehr & Umwelt beim ADAC Württemberg. „Die Elternhaltestellen erfüllen beides: Sie entspannen die Verkehrssituation und fördern zugleich die Eigenverantwortung der Kinder.“
Der ADAC Württemberg stellt Kommunen die passenden Schilder zur Verfügung und berät bei der Standortwahl. Zu den Kriterien zählen eine Mindestentfernung von 250 Metern zur Schule, sichere Fußwege und gefahrlose Wendemöglichkeiten für die Autos. Wichtig ist außerdem, dass die Haltezonen zu Stoßzeiten freigehalten werden.
Konzept mit Vorbildcharakter
Gemeinden, die sich für das Konzept interessieren, können sich laut dem ADAC unter verkehr@wtb.adac.de oder telefonisch unter 0711/2800202 beraten lassen.
In Winnenden jedenfalls hoffen Stadt und Schule, dass die neue Haltestelle in der Friedrichstraße dazu beiträgt, den Schulweg an der Kastenschule dauerhaft sicherer zu machen – und das morgendliche Gedränge vor dem Tor zu beenden.